Sarnersee: 16 cm unter der Schadensgrenze

UNWETTER ⋅ Im Kanton Obwalden bleibt die Hochwassersituation angespannt. Der Sarnersee dürfte laut neusten Berechnungen am Mittwoch «leicht» über die Ufer treten. Die Strasse ins Melchtal ist nur tagsüber befahrbar.

29. Juli 2014, 14:54

Im Kanton Luzern hat es am Montagabend heftig geregnet. Zahlreiche Bäche sind über die Ufer getreten. Besonders betroffen war die Napfregion und das Gebiet um den Sempachersee.

Im Kanton Obwalden sind in den letzten Stunden unterschiedlich grosse Regenmengen gemessen worden. Die grössten Mengen fielen in den letzten 24 Stunden mit rund 80 Liter Regen pro Quadratmeter in der Gemeinde Giswil. Bei der Polizei sind vereinzelte Schadensmeldungen eingegangen. Noch kann aber nicht Entwarnung gegeben werden, wie der Kantonale Führungsstab mitteilt. Deshalb bleibt er im Einsatz.

Der Pegel des Sarnersees steigt, aber weniger als erwartet. Zoom

Der Pegel des Sarnersees steigt, aber weniger als erwartet. | Bundesamt für Umwelt

Denn insbesondere beim Sarnersee bleibt die Situation angespannt. Am Dienstagmittag befand sich der See mit 470,34 Meter noch 16 cm unter der Schadensgrenze. Der Sarnersee dürfte aufgrund weiterer Niederschläge ab Mittwochmittag nochmals leicht ansteigen, die Schadensgrenze erreichen und allenfalls leicht über die Ufer treten. Damit bleibt der Pegel des Sarnersees aber fast zwei Meter unter dem Pegel des Hochwassers 2005. «Bisher hatten wir Glück», sagt Stefan Flury, Chef des Sarner Gemeindeführungsstabes. Die Regenfälle im Gebiet Obwaldens seien bisher weniger stark ausgefallen als erwartet. Der Pegel des Sarnersees konnte auch dank der Regulierung des Wasserstandes im Lungerersee tief gehalten werden. Der Effekt dieser Regulierung machte rund zehn Zentimeter aus.

Man werde die Situation genau im Auge behalten und bei Bedarf sofort Massnahmen ergreifen. Für Mittwoch sind weitere, teils kräftige Niederschläge vorausgesagt. Bisher haben die Behörden aber keine Absperrungen oder Ähnliches vornehmen müssen. Die Gemeinde Sarnen rief die Bevölkerung auf, zu den Bächen einen vernünftigen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Erdrutsch verschüttet Strasse

Am schlimmsten getroffen hat es die Gemeinde Kerns. Dort ist die Feuerwehr im Einsatz. Nach einem Murgang im Gebiet Acherlibach und Lachengraben unterhalb des Dorfes Melchtal war die Kantonsstrasse zwischen St. Niklausen und Melchtal von Montagabend bis Dienstagmorgen gesperrt. Seit 10.30 Uhr ist die Strasse wieder befahrbar. In der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch bleibt die Strasse von 21.30 bis 06.30 Uhr aus Sicherheitsgründen für jeglichen Verkehr gesperrt. Wegen des Erdrutsches fielen auch einzelne Postauto-Kurse zwischen St. Niklausen und Stöckalp aus.

In Nidwalden wird die Situation aufmerksam beobachtet, man ging jedoch nicht von einem Anstieg der Engelbergeraa auf Gefahrenstufe 3 (über 100 Kubikmeter Abflussmenge) aus. Bei der Polizei gingen rund 20 Schadensmeldungen ein, wie die Polizei auf Anfrage sagte.

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kst/rem/mvr/sda


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