«Schandfleck» ist zum Bijou geworden

ALPNACHSTAD ⋅ Noch vor einem Jahr war das Majorenhaus ein baufälliges und verwahrlost wirkendes Gebäude. Heute präsentiert es sich als Schmuckstück.

21. Januar 2016, 05:00

In diesen Tagen ist die Gesamtrestaurierung des 1862/63 vom Alpnacher Hotelpionier, Tourismusförderer und Politiker Major Melchior Britschgi erbaute Haus abgeschlossen worden. Nur noch wenige Umgebungsarbeiten sowie die im Frühling geplante Bepflanzung stehen aus, wie Stiftungsratspräsident Walter Küng und Baukommissionspräsident Osi Odermatt im Gespräch mit unserer Zeitung erklärten. Aussen präsentiert sich das Gebäude heute mit einer «farbenfrohen Fassade, wie sie vor 150 Jahren entstanden ist», so Odermatt weiter, dazu kommen zwei grosse Veranden mit Wintergärten, neue doppelverglaste Fenster sowie der neu aufgebaute Turm. Im Innern sind drei Wohneinheiten eingerichtet worden, zudem musste das Treppenhaus wegen der Anforderungen des Brandschutzes neu aufgebaut werden. In einem recht guten Zustand sei das ursprüngliche Mauerwerk gewesen.

Finanzierungsprobleme gelöst

Die Restaurierungsarbeiten dauerten rund ein Jahr. Zehn Jahre hatten die Vorbereitungsarbeiten in Anspruch genommen, wobei vor allem die Finanzierung Probleme bereitete. Mitte 2011 entschied sich der Stiftungsrat für das Projekt des Sarner Architekten Beda Dillier. Das Haus ist im Inventar der schützenswerten Gebäude als Kulturobjekt von regionaler Bedeutung eingestuft.

Die Kosten der Gesamtrestaurierung betragen laut Baukommissionspräsident Odermatt 2,1 Millionen Franken, «was im Budget liegt». Die Finanzierung erfolgt durch einen Kantonsbeitrag von 251 000 Franken. Weiter hat das Bundesamt für Kultur einen Bundesbeitrag von 564 000 Franken bewilligt, was in dieser Höhe dank den speziellen Bemühungen von Denkmalpfleger Peter Omachen möglich wurde, so Stiftungsratspräsident Küng. Dazu komme ein namhafter Beitrag der Basler Sophie und Karl Binding Stiftung sowie Beiträge von Unternehmen, Handwerkern und Gönnern. Der Restbetrag von rund einer Million Franken kann fremdfinanziert werden. Die Stiftung konnte das Gebäude von der Einwohnergemeinde im Baurecht übernehmen, nachdem die Alpnacher 2006 dem Kauf des Grundstücks inklusive Gebäude für 145 500 Franken zugestimmt hatten.

Als ganzes Haus vermieten?

Positives zeichne sich auch bei der Vermietung des Gebäudes ab, versicherten die beiden Stiftungsratsmitglieder. Man stehe unmittelbar vor dem Abschluss eines Mietvertrages für das gesamte Gebäude. Der Mieter komme aus dem Bereich Musikakademie mit Schwerpunkt Klavier. «Für die Stiftung ist ein Mietvertrag für das gesamte Gebäude ein Glücksfall», erklärte Odermatt.

Robert Hess

Hinweis

Tag der offenen Türe am Samstag und Sonntag, 23. und 24. Januar, jeweils von 10 bis 16 Uhr.


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