Segelflieger freuen sich über Nachwuchs

KÄGISWIL ⋅ Die Segelfluggruppe Obwalden ist im Aufwind. Entgegen der nationalen Tendenz ist die Zahl der aktiven Piloten und Flugschüler gestiegen. Gedanken machen sich die Segelflieger über die finanzielle Zukunft.
20. März 2017, 07:57

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Jüngster brevetierter Pilot an der Generalversammlung der Segelfluggruppe vom Samstag im Gasthof Adler in Kägiswil war der 18-jährige Jan Keiser aus Sarnen. «Ich bin ein begeisterter Segelflieger», sagte der Gymnasiast von der Kantonsschule Obwalden. Er wollte denn auch das Brevet möglichst rasch erlangen. «Am 8. November 2015, einen Tag nach meinem 16. Geburtstag, habe ich die Segelflugprüfung abgelegt», berichtete er.

16 Jahre ist das Mindestalter, um das Brevet zu erwerben, mit der Schulung kann man mit 15 beginnen. Die Generalversammlung hat Jan Keiser, zusammen mit Tobias Meier und Benjamin Wallimann, nach einem Kandidatenjahr als Aktivmitglied aufgenommen. Drei weitere Piloten wurden als Kandidaten aufgenommen. Diese Entwicklung freute selbstverständlich auch Obmann Peter Steinmann: «Mit den Neueintritten sind wir im Jahr 2017 wieder 30 aktive Piloten, wovon 6 noch Schüler sind», schreibt er im Jahresbericht.

Erfolgreiche Nachwuchsförderung mit leicht wachsender Mitgliederzahl, ausgezeichnete Verhältnisse auf dem Flugplatz Kägiswil sowie «ein Flugzeugpark, der qualitativ in einem Topzustand ist», wie Kassier Daniel Hirschi erklärte, könnten die SGOW eigentlich sorgenfrei machen. «Doch hat sich der Vorstand Gedanken über unsere finanzielle Zukunft gemacht», so Peter Steinmann. «Der Betrieb wird wegen der erhöhten Flugplatzgebühren, der vielen elektronischen Geräte und der gestiegenen Wartungskosten immer teurer.» Und grosse Erträge, wie etwa früher aus Super-Lottomatches, fliessen nicht mehr. So reichten die Mitgliederbeiträge «gerade noch für den Betrieb, aber nicht für Investitionen oder grosse Revisionen», sagte er.

Stimmung gegen «Vorfinanzierung»

Vor dem Hintergrund der künftigen finanziellen Herausforderungen beantragte der Vorstand einen jährlichen Investitionsbeitrag von 1000 Franken pro Aktivmitglied, für nicht fliegende Mitglieder 500 Franken. Weitere Reduktionen, etwa für Jungpiloten, sind dabei möglich. Das Ziel: Aufbringen von 35 000 Franken pro Jahr.

Derzeit bezahlen Aktive eine Segelflugpauschale von 1700 Franken jährlich. Dazu kommt der Minutentarif für den Schlepp. An der GV regte sich Widerstand gegen eine solche Vorfinanzierung von Projekten, die heute noch nicht feststehen. Etliche Stimmen traten dafür ein, erst über eine Finanzierung zu entscheiden, wenn ein konkretes Projekt, beispielsweise ein Flugzeugkauf, vorliege. Der Vorstand nahm die Bedenken ernst und zog den Antrag ohne Abstimmung zurück.

Einstimmig genehmigte die Versammlung die ordentlichen Traktanden. Darunter die Rechnung, die bei einem Gesamtaufwand von rund 112000 Franken mit einem Verlust von 4500 Franken abschliesst. Auf zwei Jahre wurden im Vorstand Obmann Peter Steinmann, Bauleiter Herbert Eugster, Cheffluglehrer Thomas Bächler und Werbechef Guido Müller auf zwei Jahre bestätigt.

Nichts Neues kam beim Traktandum Flugplatz Kägiswil zu Tage. Ruedi Waser, Präsident der Flugplatzgenossenschaft Obwalden, hofft, dass der Eintrag des Flugplatzes Sarnen-Kägiswil in den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) noch im ersten Halbjahr 2017 vollzogen werden kann.

Nach Kitzbühel und wieder zurück

Obwalden Geehrt werden an der Versammlung jeweils die Piloten mit den besten Leistungsflügen. Mit 685 Kilometern in rund 9 Stunden von Kägiswil nach Kitzbühel (Österreich) und zurück schaffte Thomas Wilhelm am 7. Mai 2016 den längsten Flug. Die grösste Überhöhung mit 3430 Metern (von 1481 auf 4911 Meter) gelang Obmann Peter Steinmann in 5:40 Stunden am 26. Mai in der Region Kleine Scheidegg. 

Die besten drei Piloten der SG Obwalden im Nationalen Segelflugwettbewerb waren Cheffluglehrer Thomas Bächler (2767 Punkte), Peter Steinmann (2151) und Daniel Baumli (2131).


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