So soll der neue Kindergarten aussehen

GISWIL ⋅ 2,2 Millionen Franken will die Gemeinde in einen neuen Kindergarten investieren. Was mit dem alten Schulhaus 1860 passiert, ist noch offen.
13. April 2017, 08:10

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Der Kindergarten in Giswil ist derzeit in zwei Gebäuden untergebracht: im Schulhaus 1860 und im Dachstock des gegenüberliegenden Schulhauses 1907. Das Schulhaus 1860 aber ist in die Jahre gekommen und ist in seinem Zustand «mit einer zeitgemässen Schule und den entsprechenden Lehr- und Lernformen nicht mehr vereinbar», wie die Gemeinde festhält.

Für 2,2 Millionen Franken will der Gemeinderat nun einen neuen Kindergarten bauen. Das Geschäft kommt am 17. Mai vor die Gemeindeversammlung. Am Dienstagabend wurde das Projekt an einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Das Schulhaus 1860 renovieren und den Kindergarten dort lassen – dies wäre wenig sinnvoll, wie die Giswiler Bildungschefin Lisbeth Berchtold sagte. «Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und kann nicht beliebig umgestaltet werden.» Zudem sei das Haus durch die Hirserenstrasse vom übrigen Schulareal abgeschnitten, was bereits seit vielen Jahren ein Sicherheitsrisiko darstelle. Auch habe eine Studie gezeigt, dass ein Neubau des Kindergartens die beste Lösung wäre, so Berchtold.

Der neue Kindergarten soll rund 40 Meter östlich des Schulhauses 1860 gebaut werden, er läge damit mitten im Schulareal. An dieser Stelle steht heute ein Beachvolleyball-Feld. Dieses würde nach hinten verschoben, um dem Neubau Platz zu machen. Das Grundstück gehört dem Elektrizitätswerk Obwalden, das dort eine alte Trafostation betreibt. Diese wird aber abgebrochen und andernorts neu gebaut. Man zahle dem EWO 50 000 Franken für die 240 Quadratmeter grosse Parzelle, sagte René ­Kiser, Leiter Bau und Infrastruktur, an der Infoveranstaltung. Dies sei ein sehr günstiger Preis.

Geplant ist ein zweigeschossiger Bau, in dem dann der ganze Kindergarten Platz findet. Der Holzelementbau mit Betonfundament ist so konzipiert, dass man – bei Bedarf – mit sehr einfachen Mitteln ein weiteres Stockwerk realisieren kann, wie René Kiser erklärte. «Das Projekt entspricht den heutigen Bedürfnissen der Schule, und es passt gut in die bestehenden Gebäude», so Gemeinderätin Lisbeth Berchtold. Gleich nebenan soll ein neuer Spielplatz entstehen.

Kindergarten wird «hausintern» geplant

Das Gebäude kostet rund 1,6 Millionen Franken. Die Umgebungsgestaltung schlägt mit 250 000 Franken zu Buche, die Innen­ausstattung (Schulmobiliar) mit 153 000 Franken. Die Baukosten sind im Finanzplan vorgesehen. Speziell dabei: Der Gemeinderat hat entscheiden, dass der neue Kindergarten «hausintern» geplant wird, vor allem «weil sehr viel Wissen in der Ausführung von Holzbauten vorhanden ist», wie Bauchef Kurt Keller am Dienstagabend sagte. René Kiser wurde deshalb mit der weiteren Planung und Realisierung des Kindergartens beauftragt.

Was mit dem alten Schulhaus 1860 passiert, ist noch offen. Im Rahmen der Schulraumplanung werde abgeklärt, wie das Gebäude künftig genutzt werden könne, so Lisbeth Berchtold. Ein Verkauf werde nicht ausgeschlossen. Laut René Kiser kann sich die Gemeinde gut vorstellen, dass später die Musikschule dort untergebracht wird.


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