Standort für Schlachthaus gesucht

SARNEN ⋅ Ein neues Schlachthaus beim Werkhof Foribach ist für die Regierung keine Option. Sie erteilt einem entsprechenden Vorstoss etlicher Kantonsräte eine Absage. Hauptgrund ist die Erschliessung.
20. April 2017, 08:20

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch

«Ein Weiterverfolgen der Idee eines Schlachthauses am Standort Foribach erscheint dem Regierungsrat nicht zielführend. Es würde nur Kosten und Aufwand generieren.» Das schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Motion vom 26. Januar der Kantonsräte Albert Sigrist (SVP, Giswil), Christian Limacher (FDP, Alpnach), Ambros Albert (SP, Giswil) und Hampi Lussi (CVP, Kägiswil) und rund 40 weiteren Unterzeichnern. Die Motionäre forderten den Kantonsrat auf, die Regierung zu verpflichten, «alle notwendigen behördlichen Massnahmen zu ergreifen, damit zwischen dem bestehenden Werkhof Foribach und dem künftigen Holzheizkraftwerk ein regionaler Schlachthof erstellt werden kann». In der Motion ist auch festgehalten, dass die Erschlies­sung der Parzelle nicht optimal sei, insbesondere für nicht autobahnberechtigte Fahrzeuge. Die Verkehrssituation sei so anzupassen, dass die Erschliessung rund um die Uhr gewährleistet sei.

Knackpunkt ist die Erschliessung

Und dieser Umstand ist es, warum die Idee am Standort Foribach aus Sicht der Regierung zum Scheitern verurteilt ist. Man habe die Anpassung der Verkehrssituation umfassend geprüft. «Wir haben uns zweimal mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) als verantwortlichem Betreiber der Autobahn und der Zufahrten getroffen. Die Antwort war ein kategorisches Nein.» Die Benutzung der Ein- und Ausfahrtsspur zur A8 mit landwirtschaftlichen und nicht autobahntauglichen Fahrzeugen lehne das Astra klar ab, sagt Regierungsrat Paul Federer, Vorsteher Bau- und Raumentwicklungsdepartement. Die Regierung schreibt denn auch in ihrer Antwort an die Motionäre: «Die Erstreitung eines Benutzungsrechts vor Gericht dürfte aus Sicht des Regierungsrates kaum Erfolg versprechend sein.» Auch andere Varianten zur Erschliessung funktionieren laut Regierung nicht. «Würde man Brücken oder Unterführungen dafür bauen, verursacht das schnell Kosten von mehr als einer Million Franken, welche die Genossenschaft Schlachthaus schliesslich tragen müsste», ergänzt Paul Federer. Zudem sei das Projekt im Foribach auch nicht zonenkonform. Die Regierung sei aber bereit, die Schlachthausgenossenschaft aktiv bei der Suche nach Alternativen zu unterstützen. «Wir hätten auch zwei bis drei Lösungsmöglichkeiten auf dem Radar», sagt Paul Federer. Zuerst müsse man nun aber abwarten, was der Kantonsrat bezüglich der Motion entscheide. «Dann wird mit der Genossenschaft Schlachthaus sicher eine gute Lösung gefunden.»

Motionäre sind offen für lukrative Alternativen

Albert Sigrist macht sich zwar keine Illusionen, dass man das Astra zum Umdenken bringen könnte. «Aber es wären sicher andere Erschliessungen möglich.» Die Argumentation der Regierung könne er nicht nachvollziehen. «Wenn man nicht will, will man nicht.» Er verstehe nicht, warum die Regierung seinerzeit das Land günstig gekauft habe, und nun sollten darauf ausschliesslich öffentliche Bauten möglich sein, also keine Notschlachtstelle. «Die grosse Zahl an Mitunterzeichnern zeigt, dass unser Anliegen für den Kanton wichtig und dringend ist», sagt Sigrist. Man wisse schon länger, dass das bestehende Schlachthaus Ei in Sarnen ersetzt werden müsse. Die Angelegenheit müsse jetzt in den Fraktionen und im Kantonsrat diskutiert werden.

«Wenn die Regierung geeignete, lukrative Alternativen aufzeigen kann, dann wären wir sicher nicht dagegen, die Sache im Foribach abzublasen», kündigt Albert Sigrist an. Gewisse Zweifel habe er aber, schliesslich seien bis jetzt keine Alternativen aufgezeigt worden.

Die Regierung sah sich bis jetzt nicht in der Pflicht, für einen Privatbetrieb wie das Schlachthaus Lösungen aufzuzeigen.


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