Trotz Kälte ist in der Gärtnerei alles im grünen Bereich

SARNEN ⋅ Wetterumschläge gehören zum Gärtner-Handwerk. Auch wenn die momentane Kälte tägliche Abläufe und Umsätze beeinflusst, gehen den Mitarbeitern der Kollegi-Gärtnerei der Stiftung Rütimattli die Aufgaben nicht aus.
19. April 2017, 05:00

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

«Unsere zweite Kasse steht jetzt hier im Büro, sonst wäre sie draussen im Einsatz», sagt Teamleiterin Erika Küchler und veranschaulicht damit, dass die Kollegi-Gärtnerei der Stiftung Rütimattli den Kälteeinbruch auch am Ausbleiben der Kunden merkt. «Aufgrund der Wetterprognosen haben viele Leute ihre Pflanzpläne, die sie für Ostern hatten, vorerst verschoben.» Aber das Wetter jetzt sei eigentlich ganz normal – «vorher war es zu warm», meint Erika Küchler, die Verständnis hat, dass es viele Leute in den warmen Tagen halt kaum erwarten konnten, ihren grünen Daumen in den Gärten und auf den Balkonen wirken zu lassen. Es gebe aber einige Pflanzen, für die es wirklich noch zu früh sei, um sie auszupflanzen. Basilikum oder Tomaten etwa würden Temperaturen unter 10 Grad nicht schätzen, auch für Randen, Krautstiele, Gurken, Zucchetti, Peperoni oder Bohnen sei erst im Mai die ideale Zeit.

Jungpflanzen vor den kühlen Temperaturen schützen

«Wir sagen unseren Kundinnen und Kunden, wenn sie noch zuwarten sollten», hält Erika Küchler fest. Man sei diesbezüglich in einer anderen Lage als die Grossverteiler, welche grosse Stückzahlen von Setzlingen und Jungpflanzen eingekauft hätten und diese nun verkaufen müssten, nur schon, weil sie oft zu wenig Platz haben, um diese in kühlen Nächten drinnen zu lagern. Wer seine Pflanzen aber bereits ausgesetzt hat, braucht sich keine Sorgen zu machen. «Jungpflanzen sollte man einfach in den kommenden kalten Nächten reinnehmen und Pflanzen im Garten mit Flies abdecken.»

Vom Kälteeinbruch sind aber auch die Arbeitsabläufe in der Kollegi-Gärtnerei betroffen. So müssen viele Pflanzen über Nacht an geschützte Orte gestellt werden, auch werden in den kommenden Nächten die Glaskästen zugemacht und mit Decken abgedeckt, um die Jungpflanzen zu schützen. Zur Sicherheit hat man sogar eine Heizung für den Plastiktunnel aus dem Lager geholt.

Heimgärtner auch in Obwalden im Vormarsch

«Wir haben aber den Vorteil, dass wir vor allem heimische Pflanzen kultivieren, die für das lokale Klima bestens geeignet sind», erzählt Erika Küchler. Überhaupt müsse sie ihren Kunden grosses Lob zollen. Viele wüssten ganz genau, mit welchen Pflanzen sie besser noch warten sollten. «Die Beratung nimmt aber zu, der Trend zum Gärtnern auf kleinsten Flächen ist auch bei uns im Vormarsch», freut sie sich.

Kälte hin oder her – den 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Gruppenleitern in der Kollegi-Gärtnerei der Stiftung Rütimattli geht die Arbeit nicht aus. Momentan bringen sie voller Elan ihre Gärtnerei auf Hochglanz, putzen die vielen Scheiben oder sind fleissig am Pikieren von Setzlingen, schliesslich wollen sie sich am «Blütenzauber» (siehe Kasten) von der besten Seite zeigen.


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