Weniger Besucher im Historischen Museum

SARNEN ⋅ Der Historische Verein freut sich über die gesetzliche Verankerung des Museums. Die klimatischen Verhältnisse im Gebäude bereiten jedoch Sorge.
20. März 2017, 08:01

«Wir dürfen zufrieden sein», erklärte Vereinspräsident Victor Bieri am Freitagabend an der Generalversammlung im Landgasthof Schlüssel in Alpnach. «Das Kulturgesetz wurde erst vor zwei Jahren aufgegleist. Unterdessen ist es vom Kantonsrat beraten und verabschiedet worden und seit rund achteinhalb Monaten in Kraft.» Damit ist das Historische Museum erstmals gesetzlich verankert und als kantonale Aufgabe definiert. «Auf der Grundlage des Kulturgesetzes ist nun Anfang Jahr eine neue Leistungsvereinbarung in Kraft getreten.» Als besonders erfreulich hob Bieri die hundertprozentige Zustimmung des Kantonsrats hervor.

Die Jahresberichte von Victor Bieri und Museumsleiterin Klara Spichtig zeigten allerdings nicht nur Erfreuliches. Die Eintritte gingen von 2211 im Jahr 2015 auf 1743 im vergangenen Jahr zurück. Insbesondere Gruppen und Schulklassen waren schlecht vertreten.

Mietvertrag für das Depot läuft aus

Ebenfalls Anlass zur Sorge gibt die klimatische Situation im Museumsgebäude. Darunter leiden vor allem die wertvollen kirchlichen Statuen und Tafelbilder, die zum Teil aus der Ausstellung entfernt, restauriert und unter stabileren Bedingungen im Depot eingelagert werden mussten. Doch genau das Depot ist ein weiterer Knackpunkt: «Der Mietvertrag läuft Ende 2019 aus, und es wird keine Verlängerung geben», erklärte Klara Spichtig. «Das Museumslager und das Auslaufen des Mietvertrages beschäftigen uns auch», erklärte Bildungs- und Kulturdirektor Franz Enderli. «Mit dem neuen Kulturgesetz ist der Kanton verpflichtet, für eine Lösung zu schauen.»

Als Beitrag zum Gedenkjahr 600 Jahre Niklaus von Flüe entschied sich der Verein für eine Unterstützung der wissenschaftlichen Edition des ältesten erhaltenen Bruderklausenspiels. Zudem wird es im Museum verschiedene Ausstellungen und Programme geben. Das Programm wird im April in die Haushaltungen verschickt.

Die Jahresrechnungen für das Museum und den Verein weisen einen Mehrertrag in Höhe von 2622 (2015) sowie ein Minus von 690 Franken (2016) aus beziehungsweise ein Plus von 13776 (2015) und 14676 Franken (2016). Der Jahresbeitrag bleibt unverändert.

Gemeindepräsident Heinz Krummenacher betonte, dass der Verein in Zukunft eine immer wichtigere Funktion erhalte. Zudem seien die Historiker geübt in Quellenkritik.

Landammann Franz Enderli bedauerte am Schluss der Versammlung, dass Christian Sidler, Leiter des kantonalen Amtes für Kultur und Sport, Ende April die kantonale Verwaltung verlässt und sich einer neuen Aufgabe widmet. «Er war ein sehr geschätzter Mitarbeiter, und vieles von Verein und Museum ist über seinen Tisch gelaufen.»

In einem Kurzreferat erzählten Walter Küng und Oswald Odermatt vom Majorenhaus. Die Vereinsmitglieder erhielten einen kurzen Rückblick in die Geschichte des historischen Gebäudes, das in mühseliger Arbeit restauriert und renoviert wurde und heute an die Musikschule vermietet ist. «Es hat viele Diskussionen gegeben, vor allem die Finanzierung stellte die extra gegründete Stiftung vor grosse Probleme», erklärte Walter Küng. Aufgrund des Denkmalschutzes musste die Substanz des Gebäudes erhalten bleiben.

Birgit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch


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