Wurzelstöcke sorgen im Kantonsrat für Lacher und Diskussionen

OBWALDEN ⋅ Ablagerung im Wald oder Verbrennung im Holzheizwerk – was ist die sinnvollste Verwendung für Wurzelstöcke? Damit beschäftigte sich der Kantonsrat. Der Austausch war heiter, die Entscheidung knapp.
08. Dezember 2017, 23:20

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Das Postulat von Ambros Albert (SP, Giswil) über die sinnvolle Verwertung von Wurzelstöcken sorgte am Donnerstag im Kantonsrat für einige Heiterkeit. «Wurzelstockschnaps solltest du brennen, Brosi, so könntest du Geld verdienen», riet etwa Albert Sigrist (SVP, Giswil) dem Postulanten unter Gelächter.

Doch die Heiterkeit führte nicht zu Einigkeit. Wurzelstöcke böten einen idealen Lebensraum, wenn sie im Wald abgelagert würden, begründete Albert seinen Vorstoss. Das sei jedoch nach heutigem Gesetz nicht möglich: «Waldbesitzer sollen das Recht erhalten, Wurzelstöcke anzunehmen.» Damit ist die Regierung nicht einverstanden. «Die Erfahrung zeigt leider, dass es bei der Ablagerung im Wald nicht bei Wurzelstöcken bleibt», erklärte Baudirektor Josef Hess. «Bald kommt Altholz dazu, und bis zum Abfall ist der Schritt dann nicht mehr gross. Hier müssen wir streng sein, um Missbräuche zu verhindern.»

Stattdessen würden Wurzelstöcke teilweise bei ökologischen Aufwertungen verwendet, so Hess. Vor allem aber bestehe künftig die Möglichkeit ihrer energetischen Verwertung durch Verbrennung im geplanten Holzheizwerk Sarnen.

«In den Wald werfen und niemandem etwas sagen»

Die Idee fanden im Rat nicht alle gut. Peter Seiler (SVP, Sarnen) wies darauf hin, dass Wurzelstöcke aufgrund ihrer Grösse und Verschmutzung das Heizwerk belasteten. «Ökologisch und ökonomisch wäre es eigentlich am besten, die Wurzelstöcke in den Wald zu werfen und niemandem etwas zu sagen.» Hohe Betriebskosten eines Heizwerks aufgrund der Verbrennung von Wurzelstöcken schlügen sich dann auch in den Energiekosten nieder, mahnte auch Marcel Jöri (CVP, Alpnach). Und Josef Stalder (CSP, Lungern) wollte, dass das Bau­departement sich bei einer Überweisung des Postulats bei den verschiedenen Waldbesitzern nach geeigneten Plätzen für die Lagerung erkundige. «Das werden ja nicht lastwagenweise Wurzelstöcke sein.»

Ambros Albert und seine Mitstreiter hatten am Ende in der Abstimmung knapp das Nachsehen: Das Parlament lehnte das Postulat mit 22 zu 19 Stimmen bei 9 Enthaltungen ab.


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