«Zaiberer» lässt Lieder aus 44 Kehlen erklingen

KERNS ⋅ Der Singsaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Kinder der Grundacherschule das Lied «Juhui miär gend i Wald» anstimmen. Während ihrer Tournee bezaubern sie Zuhörer in vielen Konzertsälen. Heute spielen sie zum letzten Mal.
13. April 2017, 08:09

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Juhui, miär gend i Wald, im Wald det gfallds iis hald», tönt es am Dienstag aus 44 Kehlen, und da fühlen sich denn auch die vielen Zuhörer im Kernser Singsaal gleich wieder jung. Dies, zumal die kleinen Knirpse und Mädchen, die jetzt auf der Bühne stehen, auch äusserst melodiös und rhythmisch beschreiben, was sie zwischen hohen Bäumen so alles anzustellen wissen: «Miär tiänd sagä, kämpfä, chneblä, mit Stäckä umäseblä, miär chlädrid, dräck­lid, gumpid, ghiid um und humplid!»

Karin Anderhalden (Leiterin der privaten Sarner Grundacherschule) hat 16 kindertümliche Lieder komponiert und in Obwaldner Deutsch getextet. Im letzten Schuljahr wurde mit diesem neuen Liedgut die CD «Ä Zaiberer isch im Land» produziert. Schon sind 1000 davon verkauft! Seit zwei Wochen touren nun die Kinder mit einem ei­genen «Tourbus» in Obwalden herum. Kostüme und Masken haben sie angefertigt, und all die Lieder sind jetzt zu einem kleinen bühnenwirksamen «Musical» zusammengefügt.

Riesige Knochenarbeit und Disziplin

Auf ihrer Konzertreise in sechs Obwaldner Gemeinden begleiten sie neben Karin Anderhalden, Victor Steiner, Stefanie Diller noch zahlreiche weitere Lehrpersonen und befreundeten Musiker der Grundacherschule. «Um diese Lieder einzustudieren und auf die Bühne zu bringen, brauchte es eine riesige Knochenarbeit, Disziplin, Ausdauer, Konzentration und Sozialkompetenz», erklärt Karin Anderhalden dem Publikum beim öffentlichen Konzert in Kerns. Jedoch: Von jenem Augenblick an, in dem die Musik und die Melodien erklingen, erweisen sich solch eher papierene pädagogische Worte als völlig überflüssig.

Jeder im Publikum spürt, wie begeistert die Kinder da singen. Wie engagiert sie ihre Rollen spielen. Ja, es ist ihre Natürlichkeit und es sind Melodien und Worte, die ihnen ins Herz geschrieben wurden, die das Publikum berühren. Etwa, wenn die Kinder das prächtig maskierte schwarze Huhn trösten: «Schwarzes Huän, bis nid truirig, schwarzes Huän, tuä nid so. Dini Äier sind doch luschtig, und sii machid der Kenig froh.» Oder wenn ein hübsch gekleideter Clown ein Eselein als Freund erhält: «Jetz bini nimm äläi, näi, näi miär sind jetz zwäi. Ich hanä Frind, äs Eseli, wo will bi miär si.» Die ganze Aufführung ist ein schönes, grosses Teamwork: Es gibt Sänger und viele Solisten, aber auch Kinder, die die Bühne aus einfachen Elementen umbauen, und wieder andere, die den Szenen mit ihren verschiedenen Instrumenten musikalische Farben geben.

Viele begeisterte Feedbacks

Bereits sind die Grundacher-Schulkinder in Sachseln, Lungern, Sarnen, Giswil, Kerns, im «Rütimattli» und «am Schärme» aufgetreten. Heute beschliessen sie ihre Tournee in Alpnach (Singsaal, 13.30 Uhr). Marcel Treier, der die Tournee organisiert, bilanziert: «Unsere Kinder erhielten für ihre tolle Schau viele begeisterte Feedbacks von Gross und Klein.» So etwas wirke sich überaus positiv aus. Zum einen hätten sie eine gute Routine bekommen. Mehr und mehr würden sie nun ohne jedes Lampenfieber auftreten.

Und da spüre man denn als Erwachsener, wie sie immer noch natürlicher, ja noch besser zu singen, zu musizieren und zu spielen vermöchten. «Wenn wir heute Nachmittag unsere Tournee in Alpnach abschliessen, haben die 44 Kinder zwischen 4 und 12 Jahren und mit ihnen die ganze Grundacherschule sehr viele gute Erfahrungen gesammelt», ist Marcel Treier überzeugt.

Hinweis

Von der CD «Ä Zaiberer isch im Land gsi» wird eine Zweitauflage produziert. Sie ist in Obwaldner Geschäften oder unter www.grundacherschule.ch erhältlich (25 Franken plus Versandkosten).


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