Zehnmal «Schwarz-Weiss» gesehen

KÄGISWIL ⋅ Im Kulturraum setzten sich zehn kreative Gäste von der Malerei über die Fotografie bis zur Floristik mit dem Thema «Schwarz-Weiss» auseinander. Die gezeigte Vielfalt ist bemerkenswert.
15. März 2017, 04:29

«Nachdem unsere Ausstellung zum Thema ‹Rot› zu erstaunlichen Entdeckungen und guten Begegnungen geführt hatte, beschlossen wir, die Farbthematik mit dem Titel ‹Schwarz-Weiss› erneut aufzunehmen», sagte Yvonne Gnos an der jüngsten Vernissage im Kulturraum Kägiswil. Zusammen mit der Besitzerin Elisabeth Hartmann sorgt die Sarnerin für viel und buntes Leben in den beiden schönen Ausstellungsräumen. Auch diesmal führte die Auswahl der zehn Kunstschaffenden für Yvonne Gnos zu spannenden Entdeckungen. Ja fast ein wenig ein Abenteuer sei es gewesen, meinte die Initiantin.

Ein besonderer Höhepunkt sind die Tuschzeichnungen aus dem Nachlass des 2016 verstorbenen Luzerner Malers Anton Buob. Oft mit einem einzigen gekonnten Strich zauberte er Winkel und Plätze der Stadt Luzern aufs Blatt. In ihrer Art einmalig. Auch etwas ganz Eigenes haben die Fotografien von Emanuel Wallimann aus Stans. Sein Blick auf den Gornergrat ist alles andere als gewöhnlich. Weit weg vom dort regen Touristenstrom ist die schwarzweisse Welt, die er uns zeigt. Unberührt scheint sie. Doch gerade deshalb berührt sie einen. Auf ebenso besondere wie beeindruckende Weise setzt sich die Lungerer Malerin Bernadette Kaufmann mit der Thematik auseinander. Ihre neuen Bilder offenbaren gekonnt, dass auch Schwarz und Weiss überaus starke Farben sind. Der Altdorfer Bildhauer Hans Gisler holt Besucher in die Urner Bergwelt. Bergdohlen sitzen auf Stelen, immer wieder sind es auch Engel, die ihn beschäftigen. In einige Skulpturen hat er auf den ersten Blick frappierende, grosse Kristalle eingelassen.

Vielfältig buntes Kunsthandwerk

Neben den vier Kunstschaffenden hat Yvonne Gnos sechs weitere Ausstellerinnen eingeladen. Frauen, die sich – jede auf ihre eigene Weise – kreativ mit dem Thema auseinandersetzten. Da ist die Lungererin Johanna Halter mit Patchwork-Arbeiten. «Ein enormes Vorstellungsvermögen, ihre Geduld und die grossartigen Nähfähigkeiten zeichnen sie aus», lobte Yvonne Gnos. Einen ganz an­deren interessanten Blick auf Schwarz und Weiss vermittelt die Kalligrafin Trix Fischer aus Alpnach. Yvonne Gnos sagte: «Ihre wertvollen, filigranen Werke laden zur Langsamkeit und zum Staunen ein.» Die Keramikerin Yvonne Wallimann aus Giswil war es, die mit ihren Werken im Zyt­lade, Sarnen, die Idee für die Ausstellung überhaupt erst geliefert hatte. Für den Kulturraum hat sie wiederum neue Kreationen geschaffen. Wunderschön, sehr gekonnt, ja ein Kunstwerk ist die floristische Arbeit der Sarnerin Erika Bührer-von Rotz. Wie sie mit Blumen oder auch Weidenkätzchen, mit Vasen und Gestecken auf das Thema eingeht, fasziniert. Und einmal mehr bezieht Yvonne Gnos auch das Buch und die Grafik in ihr Projekt mit ein: Sehr schön ist der Flyer, den die Sarnerin Miranda Comeaux, natürlich schwarz-weiss, gestaltete. Erfrischend anders ist die Bücherauswahl, die Claudia Dillier auf einen Büchertisch legt. Sie hält schwarz auf weiss fest, dass Bücher in gleich mehreren Hinsichten Kunstwerke sein können.

 

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Ausstellung «Schwarz-Weiss», Kulturraum Kägiswil. Öffnungszeiten: Freitag, 17. März, 18 bis 21 Uhr. Samstag, 11./18., und Sonntag, 12./19. März, jeweils 14 bis 18 Uhr.


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