Jodlerkonzert «Ä Jodlerreis» sorgt für Aufsehen

GISWIL ⋅ Mit Gesang und Theatralik warteten die Giswiler Jodler anlässlich ihres Jahreskonzerts auf. Die begeisternd mitgehenden Zuhörer honorierten dies mit grossem Applaus.
14. November 2017, 16:20

Otmar Näpflin

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Jodlerkonzerte kennen ihre Eigenheiten und gewinnen, falls ein Motto massgebend ist, an Besucherinteresse. Diesbezüglich nimmt der Jodlerklub Giswil eine führende Stellung ein, denn seine Konzerte sind jeweils einem Thema zugeordnet. Heuer waren es Reisefreuden der Jodlerfamilie, die Klubpräsident Christian Emmenegger mit Gattin Carmen zusammen perfekt organisiert hatte. Dass dabei nicht alles reibungslos verlief, versteht sich von selbst. Dem Publikum war dies einerlei, es genoss am Samstagabend die Darbietungen auf der Bühne.

Der Jodlerklub Giswil ist in der komfortablen Lage, die Konzerte mit eigenen Leuten zu bestreiten. Und dieser Herausforderung stellte sich der Chor auf eindrückliche Weise. Die Erarbeitung vom Konzertprogramm, bei dem dieses Jahr Werke von verschiedenen Komponisten zur Aufführung gelangten, die der Klub vor Jahren schon einmal vortrug, ist für alle von Interesse. Ganz grosse Klasse bewiesen Armin Riebli und Peter Wolf beim Verfassen der humoristischen Sketches. Für die Umsetzung der Texte sorgten geübte Laienschauspieler. Erste Konzerterfahrung sammelten Silvia Burch, Fredi Kathriner und Toni Paretzki.

Minutiös geplante Abreise

Mit Toni Voglers «Breitmatt-Juiz» überbrachte der Gastgeber den klingenden Willkommgruss und besang die Frühlingsblume «Ds Ankebälli». Nach dem Verstauen der letzten Koffer und dem «Check-in», wo geprüft wurde, ob sich alle Teilnehmer an Bord befanden, musste festgestellt werden, dass bei der «Jodlerreis» zwei Plätze unbesetzt blieben. Deshalb lud man kurzerhand zusätzlich zwei Sängerinnen vom Terzett «Miär drii» ein, mitzukommen. «Es Liedli sälb zwöit» und «Vor miim Hüsli» statteten sie als Dankeschön ab. Keine Freude daran hatte Mathias Burch alias «Jochi», weil er den Abfahrtstermin verpasste. Für ihn, der sämtliche Reisedokumente besass und auf eigene Faust abreiste, waren Klänge der legendären Jodlermuisig nur ein schwacher Trost. Über das Ziel der als Fahrt ins Blaue deklarierten Jodlerreise wurde fleissig spekuliert. Den einzigen Anhaltspunkt lieferte das klubeigene Quartett, das es nach Texten von Oskar Friedrich Schmalz «Nach den Bergen» zog. Dort war vermutlich auch das Terzett «Miär Drii» (Tamara Riebli, Fabienne Wolf und Luzia Zumstein) anzutreffen, das «Härzteen» «Bim Hittäfiir» wahrnahm. Inwieweit im Solovortrag von Patricia Dahinden ein «Buebegheimnis» publik wurde, blieb unbeantwortet. Sicher war nur, dass beim Kaffeehalt, «d’r Ricker» (Juiz von Peter Rymann) ertönte. Wo aber steckte «Jochi?»

Mathias Burch, der «tragische Held» dieser Reise, war mittels Drahtesel unterwegs, um seine Kameraden zu finden. «Glitzeroigä» gab es für ihn, als er zufällig einem Viehhändler begegnete, der ihm eine Fee älteren Semesters besorgte. Magier Meiri Burch machte «E Wunsch» realisierbar, indem er ihm die Begegnung mit dem Besitzer vom Hotel Schild in Füssen ermöglichte. Nicht schlecht staunte später das Gesangskollegium, als sie den «vergessenen Sohn» erblickten, der sie bei der Ankunft zum Willkommenstrunk empfing, um das Happy End zu feiern.

Hinweis

In der Turnhalle 1 Giswil finden am kommenden Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr weitere Aufführungen statt. Eintritt 15 Franken.


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