Jugendblasorchester zeigt Können

STANS/SARNEN ⋅ Das Jugendblasorchester Unterwalden probte diese Woche in Engelberg. Ihr Können stellen die Musiker heute und morgen an zwei Konzerten unter Beweis.
06. Oktober 2017, 08:37

Silvia Embacher

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Im hinteren Engelbergertal proben die 72 Mitglieder des Jugendblasorchesters Unterwalden in einer Lagerwoche für ihren grossen Auftritt am Wochenende. Doch die 12- bis 25-jährigen Jungmusiker bekommen in ihrem Hotel die Schönheit der Umgebung kaum mit, denn acht Stunden Probe stehen jeden Tag auf dem Plan, da liegt die Konzentration voll auf der Musik. «Es ist ziemlich anstrengend», meint Oboistin Rebecca Gander aus Buochs, «aber ich finde es auch super, dass man zusammen in einer Woche so viel aufbauen kann.» Für sie ist das Lager auch eine Familiensache. Auch ihre Schwester Jasmina (Querflöte) und die Brüder Nicolas (Trompete) und Daniel (Kontrabassklarinette) sind dabei.

Das Projekt wurde 2010 von Olivia Rava im Rahmen ihrer Masterarbeit für den Abschluss als Musikschulleiterin gestartet. Heuer findet das Lager schon das vierte Mal unter ihrer Leitung statt. «Ich finde es wichtig, dass man den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, in einem grossen Orchester mitzuspielen.» Für Olivia Rava ist die Entwicklung des Nachwuchses ein Hauptanliegen, da es nicht einfach sei, diesen innerhalb der Blasmusik aufzubauen: «Ich hoffe, dass die Jugendlichen ihre Begeisterung über das Projekt in ihre Dörfer zurücktragen und damit andere anstecken. So kann man den Nachwuchs fördern. Ich finde das sehr wichtig für Unterwalden.» So stammen auch fünf Teilnehmer aus Luzern, da man weder in Ob- noch Nidwalden eine geeignete Besetzung gefunden hat.

Die musikalische Leitung hat Beat Blättler, bekannt als Solofagottist des Luzerner Sinfonieorchesters und Dirigent der Harmoniemusik Kerns. Er zeigt sich begeistert: «Es macht mega Spass. Man kann die Entwicklung der Jungen im Lauf der Woche hautnah mitverfolgen. Und einige der Teilnehmer kommen ja immer wieder, da sieht man dann, wie sehr sie in der Zwischenzeit mit ihrem Instrument weitergekommen sind.»

Die Teilnehmer üben die Stücke zu Hause und bei ihrem Musiklehrer Monate im Voraus, im Lager gehts dann darum, alles zu einer Harmonie zu schmieden. Die Jugendlichen bringen zwar ein gewisses Grundniveau mit, das Können ist aber sehr unterschiedlich. «Ein frisch zusammengestelltes Orchester ist immer eine grosse Herausforderung. Die Jugendlichen sind aber sehr kollegial und unterstützen einander», meint Rava. Daneben stehen den Teilnehmern auch professionelle Registerleiter mit Rat und Tat zur Seite. Auch das Alter der Teilnehmer unterscheidet sich stark: «Es sind fast zwei Generationen, aber mit strikten Regeln funktioniert das sehr gut.» Und die Tage seien so anstrengend, dass die Jugendlichen am Abend gerne ins Bett gehen.

Bei den Konzerten heute und morgen treten die Jugendlichen den Beweis an, dass ihre Zusammenarbeit gefruchtet hat. Das vielfältige Repertoire umfasst ebenso «A Tribute to Amy Winehouse» wie die Uraufführung «Bern by night» des gebürtigen Flüeli-Ranfters Ernst Rohrer (arrangiert fürs Blasorchester von Emil Wallimann). Eine Herausforderung sowohl für den Solisten als auch die Begleitung ist das Stück «Concerto für Fagott» von Carl Maria von Weber. Aber der Stanser Fagottsolist Silvan Scheuber und das Orchester haben dafür ja auch hart trainiert.

Hinweis

Konzerte heute, 6. Oktober, Mehrzweckhalle Turmatt, Stans, morgen Samstag, 7. Oktober, Aula Cher, Sarnen, jeweils 19.30 Uhr

Eintritt frei, Türkollekte. Mehr Infos: www.jbo-uw.ch


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