Luke Gasser bringt gleich zwei Fortsetzungen von «Anuk» ins Kino

OBWALDEN ⋅ Über zehn Jahre ist es her, seit der Filmemacher Luke Gasser mit seinem Bronzezeit-Epos «Anuk» einen einzigartigen Akzent in die Schweizer Filmlandschaft gesetzt hat. Nun bringt er gleich zwei Fortsetzungen ins Kino.
11. April 2018, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Die Bronzezeitmenschen reiten, kämpfen und lieben wieder. Zwölf Jahre nach seinem ersten prähistorischen Epos «Anuk – Der Weg des Kriegers» bringt der Obwaldner Filmemacher, Rockmusiker und Autor Luke Gasser gleich zwei Fortsetzungen auf die Leinwand, «Anuk II – Der Feuerberg» und «Anuk III – Die dunkle Flut». Am 14. und 15. April feiern die Filme in Sarnen Premiere (siehe Hinweis).

Warum die lange Wartezeit? «Die dunkle Flut», damals noch der zweite Teil, entstand schon 2012, den «Feuerberg» hat Gasser 2013 zwischen die beiden Geschichten geschoben. Dann kam ihm die eigene Schaffenskraft in die Quere. «Ich hatte immer andere Projekte», sagt der Lungerer. Neben vier Rockalben in vier Jahren und mehreren Büchern tourte er mit Status Quo und Nazareth und drehte drei Dokumentarfilme, zuletzt «Von Flüe – Ein Mann in Pilgers Art» für das Schweizer Fernsehen. Kaum Platz für «Anuk» also. Und auch jetzt müssen die Premieren noch schnell stattfinden, «denn nachher habe ich keine Zeit mehr dafür», so Gasser. Ende Mai erscheint sein Doppelalbum «The Judas Tree». Und dann steht schon der nächste Film an – auf einem ganz anderen Level, sagt Luke Gasser. «Ein internationales Starprojekt auf Englisch.»

Stolz trotz mangelndem Erfolg an den Kinokassen

Die Türen zu dem Projekt, über das Luke Gasser noch nicht mehr verraten möchte, hätten ihm die Trailer von «Anuk» II und III geöffnet, die letztes Jahr am Rande des Filmfestivals von Cannes gut angekommen seien. «Das zeigt mir, dass wir etwas richtig gemacht haben», betont der 52-jährige. Der 2005 mit einem Mini-Budget produzierte erste «Anuk» war «zugegebenermassen kein Kino-Blockbuster», wie es auf Gassers Webseite heisst. Doch der Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion ist stolz auf seine drei Filme: «Anuk» sei einzigartig in der Schweizer Filmlandschaft. «Sonst macht ja niemand bronzezeitliche Abenteuerfilme.»

Wenn er heute mit etwas Distanz auf die Filme blicke, «ist es Wahnsinn, was wir da geschafft haben». «Anuk III» entstand in nur zwölf Drehtagen in der Schweiz und in Irland, mit 60 Statisten, 40 Pferden und einem acht Meter langen Boot. Die deutsche Metal-Legende Doro Pesch schlüpft erneut in die Rolle der Meha neben Gassers Bronzezeit-Krieger Anuk und der bekannte Schauspieler Gilles Tschudi spielt den bösen «Zungenmann». Im Film finden sich Anuk und sein Volk am Meer wieder, nachdem sie von einer Klimakatastrophe aus den Schweizer Bergen vertrieben wurden. Erneut müssen sie sich in einem letzten Kampf den berittenen Feinden aus dem Osten stellen.

«Anuk» flimmert bald über asiatische Leinwände

Wie Anuks Volk ans Meer kam, zeigt der zweite Teil, der mystischer und künstlerischer daherkomme, erklärt Gasser. Pfeilbogen, schamanische Tänze und Kämpfe nicht zu knapp gibt es aber auch hier zu sehen. Am Premierenwochenende wird der dritte Teil zuerst gezeigt. «Daran waren mehr Leute beteiligt», erklärt Gasser pragmatisch. Man verstehe zudem beide Filme, ohne den ersten gesehen zu haben. Die Budgets waren auch diesmal klein. Wie klein, will Luke Gasser nicht sagen. Man habe kaum öffentliche Gelder erhalten. «Grundsätzlich ist der Markt unglaublich hart geworden. Die Kinos sind unter grossem Druck.»

So fand die Premiere des ersten Teils gespickt mit Promis im Maxx-Kinokomplex in Emmenbrücke statt. Für die Fortsetzungen nun also Sarnen, mit Gilles Tschudi und Doro Pesch, aber ohne es an die grosse Glocke zu hängen, so Gasser. In wie viele Kinos die Filme kommen, kann der Regisseur noch nicht sagen. «Ob die Schweizer die Anuk›-Fortsetzungen sehen, dem blicken wir einigermassen gelassen entgegen.» Denn: Für alle drei Filme wurde ein weltweiter Vertrieb gefunden. «Das heisst, allen drei ist ein grösseres Publikum fast sicher», freut sich Luke Gasser. «Es ist interessant, dass Filme wie meine im asiatischen Raum sehr beliebt sind. » Und sein Obwaldner Heimpublikum? «Wir hoffen, dass es sich auch für etwas nicht Alltägliches interessiert.»

Hinweis
Die Premieren finden am Samstag, 14. April um 18 Uhr (Anuk III) und am Sonntag, 15. April um 18 Uhr (Anuk II) im Kino Seefeld in Sarnen statt.

Video: Anuk II - Der Feuerberg (Trailer)

Anuk II - Der Feuerberg (Official Trailer) from FilmDistri on Vimeo.

(, 6. April 2018)

Video: Anuk III - Die dunkle Flut (Trailer)

ANUK III - Die Dunkle Flut (TRAILER) from FilmDistri on Vimeo.

(, 6. April 2018)




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