Bund legt A8-Vollanschluss in Alpnach auf

OBWALDEN ⋅ Die Realisierung eines Autobahn-Vollanschlusses Alpnach Süd geht in eine nächste Runde. An den Bau sind verschiedene flankierende Massnahmen gebunden. Einiges ist dabei weiterhin offen.
Aktualisiert: 
09.08.2017, 19:00
09. August 2017, 13:07

Das Bundesamt für Strassen (Astra) legt vom 16. August bis zum 14. September das Projekt Vollanschluss Alpnach Süd auf dem Bauamt der Einwohnergemeinde öffentlich auf. Geplant sind eine Einfahrtsrampe in Richtung Luzern, eine Ausfahrtsrampe in Richtung Brünig sowie eine Lärmschutzwand. Kosten soll das Ganze rund 11, 6 Millionen Franken.

Mit dem Ausbau des heutigen A8-Halbanschlusses zu einem Vollanschluss soll der zunehmende Durchgangs- und Lastwagenverkehr zwischen Luzern und Sarnen Nord aus dem Dorf Alpnach ausgelagert und auf die A8 geleitet werden, schreibt das Astra in einer Mitteilung. Zudem könne die östlich des Dorfes liegende Industrie- und Gewerbezone besser an die Autobahn angebunden werden. Die Ent­lastung der Kantonsstrasse vom Durchgangs- und Lastwagen­verkehr soll die Luft- und Lärmbelastung für das Dorf Alpnach verringern und die Verkehrssicherheit verbessern.

Um diese Entlastung zu erreichen, braucht es allerdings noch zusätzliche flankierende Massnahmen. Vorgesehen sind ein Fahrverbot für Lastwagen im Dorfzentrum sowie verkehrsberuhigende Massnahmen auf der Brünigstrasse. Erst wenn diese beschlossen seien, werde das Astra die Bauarbeiten starten, sagt der Obwaldner Kantonsingenieur Jörg Stauber. Geplant ist zudem ein Kreisel Hofmätteli-/Industrie-/Untere Gründlistrasse. Die Kosten für diesen liegen bei rund 920 000 Franken, die sich der Kanton Obwalden und die Gemeinde Alpnach hälftig teilen. «Mit der Projektauflage dafür müssen wir allerdings noch zuwarten», sagt Stauber. Die Hofmättelistrasse gehört dem Bund und muss zunächst in eine Kantonsstrasse umgewandelt werden. Dies könne aber erst passieren, wenn das Projekt des Vollanschlusses vom Bund bewilligt sei, so der Kantonsingenieur weiter. Das dürfte im besten Fall im zweiten Quartal des kommenden Jahres so weit sein. Dann legt der Kanton die Pläne für das Kreiselprojekt auf.

Massnahmen sollen Verkehr praktisch halbieren

Während der Kreisel laut Terminplan voraussichtlich parallel zum Bau des Vollanschlusses entstehen soll, werden die flankierenden Massnahmen erst umgesetzt, wenn der Anschluss in Betrieb ist. Das dannzumal geringere Verkehrsaufkommen auf der Brünigstrasse erlaube eine einfachere Bauausführung, sagt Stauber. Von den Massnahmen, die die Durchfahrt durchs Zentrum weniger attraktiv machen sollen, versprechen sich Kanton und Gemeinde praktisch eine Halbierung des Verkehrs im Dorf, wie im vergangenen Herbst an einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu erfahren war.

Wie genau die flankierenden Massnahmen aussehen sollen, steht laut Gemeindepräsident Heinz Krummenacher noch nicht fest. «Wir haben ein Unternehmen beauftragt, mögliche Lösungen zu skizzieren», sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Es laufe auf eine Tempo-30-Zone hinaus, «die aber nicht wahnsinnig lang sein wird». Möglich wären auch optische Verengungen und erhöhte Fussgängerstreifen. «Es ist ein ganzes Bündel von Massnahmen im Gespräch, aber entschieden ist noch nichts», so Krummenacher. Ein wichtiges Thema sei auch die Sicherheit der Velofahrer. Auch die Kosten stünden noch nicht fest. «Diese hängen von den verschiedenen Varianten ab und insbesondere davon, wie der Strassenraum im Bereich der Kirche gestaltet wird.»

Noch nicht klar sei, zudem, ob allenfalls die Bushaltestelle vom «Alpina» wieder zur Kirche hin verschoben werden könnte. Ebenfalls noch nicht festgelegt ist, in welchem Mass sich der Kanton an den Kosten der flankierenden Massnahmen beteiligt. «Das hängt davon ab, wie viel die Gemeinde letztlich machen will», sagt Kantonsingenieur Stauber. An Massnahmen, die über das Ziel des Umwelt­verträglichkeitsberichts hinausgingen, werde der Kanton nichts zahlen. «Dieses Ziel ist, dass es schwieriger wird und länger dauert, durch das Dorf zu fahren, so- dass der Anschluss trotz der längeren Fahrstrecke akzeptiert und attraktiv wird», hält Stauber fest.

Abstimmung über Planungskredit

In Alpnach wird es für den Gemeindekostenanteil an den Kreisel sowie einen Planungskredit für die Verkehrsberuhigung eine Abstimmung brauchen. «Diese wird aus heutiger Sicht im Frühling des kommenden Jahres stattfinden», sagt Heinz Krummenacher. Rechtzeitig davor werde man wiederum öffentlich über die Pläne informieren. «Wann genau das sein wird, steht jedoch noch nicht fest.»

Baubeginn für den Vollanschluss ist gemäss dem aktuellen Terminplan im besten Fall nach wie vor Ende 2019. Die Bauzeit beträgt rund ein Jahr.

 

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@obwaldnerzeitung.ch


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