Beeindruckender Mond über dem Hahnen

ENGELBERG ⋅ Zur rechten Zeit am richtigen Ort: Hans Burch ist ein beeindruckendes Bild des fast vollen Mondes über dem Hahnen gelungen.
01. Februar 2018, 05:00

Die Bildqualität mit den Strukturen des Mondes und den gut sichtbaren Befestigungsseilen des Gipfelkreuzes hat Hans Burch selber überrascht. «Es ist wirklich ein guter Schuss. Die Engelberger, denen ich das Foto bisher gezeigt habe, sind fast ausgeflippt.» Zum gelungenen Bild kommt für Einheimische eine wichtige historische Dimension dazu: Das charakteristische Felsmassiv mit den zwei Zacken, heute Hahnen genannt und ein Wahrzeichen des Klosterdorfs, hiess früher eigentlich Engelberg.

Die Legende erzählt, dass vor der Klostergründung im Jahr 1120 dem Erbauer vom Berg herab Engelsstimmen verkündet haben sollen, dass er hier eine Gott geweihte Stätte gründen solle. So kamen Berg und Dorf zu ihrem Namen und der Engel auf das Wappen des Ortes. «Der Mond und der Hahnen sind für uns also etwas besonders Mystisches, es fesselt die Leute», erklärt Hans Burch. Zur Entstehung des Bildes sagt der Pensionär bescheiden, er sei halt zur rechten Zeit am richtigen Ort gewesen.

Die rechte Zeit war in diesem Fall am Montagabend beim Eindunkeln um etwa 17.30 Uhr. Hans Burch unterhielt sich beim Engelberger Bahnhof mit Bekannten, als er den Vollmond nahe des Hahnengipfels entdeckte. Und zufälligerweise hatte er auch seine Kamera dabei. «Da ich wusste, wo das Gipfelkreuz steht, wartete ich ab, bis der Mond so stand, dass das Kreuz genau im Zentrum war. Die Bilder habe ich ohne Stativ aus der Hand gemacht.»

«In der Fotografie muss man viel üben»

Das gelungene Bild zeigt auch: Hans Burch ist ein begeisterter und erfahrener Hobbyfotograf. Seine Kenntnisse habe er sich mehrheitlich selber beigebracht. «In der Fotografie muss man viel üben. Zudem habe ich mich mit Büchern weitergebildet oder bei Fotos von anderen die Bilddaten genau studiert, um herauszufinden, wie diese mit gewissen Gegebenheiten umgehen.» Sein Themenspektrum entwickle sich immer weiter. Über die Ornithologie sei zuerst die Faszination für die Vogelfotografie entstanden. In der Natur entdeckte er auch viele andere Tiere. «Bei passendem Wetter bin ich oft in unserer Bergwelt unterwegs. Damit tue ich etwas für die Gesundheit und kann die Natur intensiv wahrnehmen.» Mittlerweile wisse er sehr genau, wo er in den Engelberger-Bergen bestimmte Tierarten wie Alpenschneehühner oder Gämsen finden könne. Auch Adler und Bartgeier seien ihm schon vor die Linse gekommen. Auf dem Computer sind bereits unzählige Tier- und Landschaftsbilder gespeichert. Doch nun kommen wohl auch vermehrt Fotos von speziellen Lichtverhältnissen dazu.

Das Bild Mond scheint ihn angestachelt zu haben. Beim Gespräch gestern Nachmittag kündigte Burch an, er werde am Abend nochmals versuchen, den Vollmond mit Hahnen zu fotografieren, sofern es die Wetterlage wider Erwarten zulasse. Umso mehr als gestern ein spezieller Vollmond war: Roter und näher an der Erde als sonst. Und wie wirkt der Vollmond sonst auf Burch? «Üblicherweise ist es so, dass er mir schlaflose Nächte beschert. Diesmal habe ich erstaunlicherweise nichts gespürt.» Der Vollmond ist diesmal also auch in dieser Beziehung speziell für ihn.

 

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Das Bild entstand mit einer Nikon D500 mit einem 500-mm-Objektiv bei Blende 10 und 3200 ISO mit einer Verschlusszeit von 1/800 Sekunde.


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