Die CVP fühlt der Bevölkerung online den Puls

OBWALDEN ⋅ Mit einer Online-Umfrage will die CVP mehr über die Bedürfnisse der Bevölkerung erfahren. Sie beschreitet damit neue Wege. Die Erkenntnisse sollen ins nächste Parteiprogramm einfliessen.
13. Oktober 2017, 05:00

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Wenn die Gesamterneuerungswahlen vor der Türe stehen, überarbeiten die Parteien jeweils ihre Programme. Die CVP Obwalden will wissen, was die Bevölkerung effektiv bewegt und beschreitet dafür neue Wege. Die Partei schaltet in diesen Tagen eine Online-Umfrage auf. Der Übertitel der Umfrage lautet «Tradition und Innovation haben Zukunft».

Aus dem Projekt «Zukunftswerkstatt», bei dem zweimal mit Jugendlichen diskutiert wurde, habe man schon wichtige Erkenntnisse gewinnen können, wo die jungen Leuten der Schuh drücke, sagt Parteipräsident Bruno von Rotz. Es sei keineswegs so, dass der Partei die Ideen ausgegangen seien, aber «jetzt möchten wir das Ganze breiter abstützen und auch ältere Leute abholen, die sich bisher nicht geäussert haben. Wir wollen den Puls der Bevölkerung besser spüren.»

Eine Hitparade der wichtigsten Themen

Die einfache Umfrage umfasst zwei Teile. Im ersten kann man aus zehn Themen maximal fünf auswählen, die einem besonders am Herzen liegen. Gar nicht so einfach, denn es gibt darunter wohl kaum ein Thema, das einem nicht wichtig erscheint. Wohl alle haben kaum etwas gegen eine gesicherte Altersvorsorge, sichere Arbeitsplätze, gesunde Staats­finanzen oder eine Kostenreduktion im Gesundheitswesen auszusetzen. Bruno von Rotz will aber aus dieser Frage eine Art Hitparade erstellen. «Wir wollen herausfinden, ob sich die hauptsächlichen Sorgen der Obwaldner Bevölkerung mit dem nationalen Sorgenbarometer decken.» Ursprünglich seien es 20 Themen gewesen, man habe die Liste aber reduziert.

Allerdings fehlen im ersten Teil kritische Themen wie etwa Spardruck, Steuerstrategie, Entlastung des Mittelstandes oder Ähnliches. Der CVP-Präsident verweist auf den zweiten Teil der Umfrage. Dort stehen die Fragen, die man mit Begründung ausfüllen soll: «Was gefällt Ihnen an Obwalden?», «Was nicht?», «Was sollen Politiker anders machen?» Man hoffe, dass dort kritische Ideen und Kommentare eingehen. «Es heisst immer, die Obwaldner denken so oder so», erklärt von Rotz. «Das ist jetzt die Gelegenheit, das zu überprüfen.»

Einen Rücklauf von einigen hundert Meinungsäusserungen erhofft man sich laut dem Parteipräsidenten schon. Um das Ziel zu erreichen, werden bei verschiedenen Aktionen Flyer verteilt, die auf die Umfrage aufmerksam machen. «Nächste Woche sind wir an allen Obwaldner Bahnhöfen präsent und verteilen Gipfeli», kündet Bruno von Rotz an. Zudem habe die Bevölkerung auch an Standaktionen die Möglichkeit, zu sagen, welche Entwicklungen ihnen Sorge machen und welche Themen sie für die Zukunft als wichtig erachten.

Die Umfrage wird im Dezember ausgewertet und die Ergebnisse fliessen ins CVP-Parteiprogramm 2018–2022 ein, das am 10. Januar verabschiedet werden soll. Die genauen Resultate der Befragung werden dann im Internet aufgeschaltet. Die Gesamterneuerungswahlen finden im März 2018 statt.

Hinweis: Die Online-Umfrage findet man unter www.cvp-ow.ch


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