Die Wilden schenken gleich doppelt ein

ALPNACH ⋅ Soll die Ernte reich ausfallen, dann muss das Wetter mitmachen. Wie es dieses Jahr war, entzieht sich der Kenntnis des Autors. Fest steht, dass sich der Herbst am Samstag zum Erntedankfest nochmals so richtig herausputzte – wie die Alpnacher Älplerbeamten und ihre Begleiterinnen.
05. November 2017, 20:45

Nicht zuletzt dank der Sonnenstrahlen machte ein grosses Publikum der Älplergesellschaft die Aufwartung und die Chilbi zu einem Fest, dem nichts an Brauchtum und Gemütlichkeit fehlte. Für die Älpler hatte der Tag mit einem musikalisch untermalten Gottesdienst und anschliessenden Volksapéro begonnen. Nach dem Mittagessen zogen sie – angeführt von Fahnenschwingern und der heimischen Blaskapelle – auf den Schulhausplatz zur wartenden Besucherschar. Jodelvorträge durften ebenso wenig fehlen wie Alphornklänge oder Tanzeinlagen der Trachtengruppe.

Mucksmäuschenstill wurde es dann auf dem Platz, als Wildmaa und Wildwyb – nachdem sie den Älplern ein Schnäpschen verteilt hatten – zum Mikrofon griffen und mit pointierten Reimen Kuriositäten aus dem Dorfleben zum Besten gaben. Sein Fett weg bekam etwa ein Mitbürger, der eine Pizza zum Abholen bestellt hatte, doch im Restaurant bloss auf verdutzte Gesichter traf. Des Rätsels Lösung: Er hatte die Pizzeria in Alpnach mit einem gleichnamigen Betrieb in einer anderen Gemeinde verwechselt. Ein anderer entsorgte auf der Alp ein verendetes Schwein im Wald. Damit schien die Sache geregelt. Doch wenig später tauchte die halbe Sau direkt neben der Pilatusbahn auf und dürfte den Touristen einen gehörigen Schock eingejagt haben.

 

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch

 

An der Älplerchilbi konnten die Alpnacher am Samstag bei fast frühlingshaften Bedingungen den traditionellen Bräuchen nachgehen und den Älplersprüchen lauschen.


Leserkommentare

Anzeige: