Engelberg rüstet sich gegen Konkurrenz im Tourismus

OBWALDEN ⋅ Mit einem Strategiekonzept will sich die Tourismusdestination Engelberg für die Zukunft rüsten. Ein Schwerpunkt ist die massgeschneiderte Präsenz auf den sozialen Kanälen.
Aktualisiert: 
11.09.2017, 19:00
11. September 2017, 13:27

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Engelbergs Besucherzahlen legen jährlich zu. Trotzdem will sich die Tourismusdestination nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Um für die künftigen Herausforderungen gewappnet zu sein, und sich etwa gegenüber Andermatt und dem neuen Bürgenstock-Resort zu behaupten, hat sich der Engelberger Gemeinderat zusammen mit sämtlichen wichtigen Akteuren des Tourismus an einen Tisch gesetzt und ein Strategiekonzept erarbeitet. Nach rund eineinhalbjähriger Arbeit liegt dies nun vor, wie die Engelberg-Titlis Tourismus AG in einer Medienmitteilung am Montag mitteilte.

«Wir sind touristisch gut aufgestellt, diverse Weichen wurden in der Vergangenheit richtig gestellt. Das zeigen auch die Statistiken der letzten 25 Jahre», sagt der Engelberger Tourismusdirektor Frédéric Füssenich auf Anfrage. So verzeichne Engelberg gemäss einer internationalen Vergleichsstudie Spitzenwerte im Sommer beim Bergbahnangebot, hingegen Defizite in den Bereichen Skigebietsgrösse, Pistenangebot, Spass, Unterhaltung und Wellness.

Mit massgeschneiderten Angeboten werben

Auf vier Pfeilern mit insgesamt zehn Handlungsfeldern fusst das umfassende, 35 Seiten dicke touristische Massnahmenpaket.

Einen Schwerpunkt bildet die Verbesserung und Steigerung der Zusammenarbeit unter den Engelberger Tourismusanbietern im Marketing. «Quasi eine Geschichte im Internet zu erzählen, genügt heutzutage nicht mehr. Künftig möchten wir die potenziellen Feriengäste auf unseren sozialen Kanälen mit Informationen und Angeboten beliefern, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind», erzählt Frédéric Füssenich. Bereits auf diesen Winter hin soll eine solche Kampagne starten.

Tourismusforum startet am 24. November

Als weiteren Ausfluss aus dem Massnahmenpaket wurde ein Tourismusforum ins Leben gerufen, das am 24. November zum ersten Mal stattfindet. Dabei sollen die Engelberger Bevölkerung und die Tourismusanbieter jährlich über die Aktivitäten informiert werden und sich mit Ideen und Stellungnahmen an der touristischen Entwicklung des Klosterdorfes beteiligen können. Auch bei der geplanten Sanierung des Sporting-Parks will sich der Tourismus einbringen.

Die Tourismusdestination Engelberg will sich auch bei Bikern einen Namen machen. Bisher befindet sich lediglich eine Strecke vom Jochpass nach Trübsee im Bau. Das Bikenetz soll ausgebaut werden, indem unter anderem wenig begangene Wege zum Wandern und biken frei gegeben werden. Ein weiterer Schwerpunkt im Konzept bildet die Belebung und Vernetzung des Gebietes Bahnhofareal–Dorfstrasse–Kurpark–Kloster. «Das Gewerbe profitiert zu wenig vom Tourismus», erwähnt Frédéric Füssenich eine der Erkenntnisse. In den nächsten zwei bis drei Wochen wolle man gemeinsam mit der Gemeinde Engelberg und den Interessengruppen diese Her­ausforderung konkret in Angriff nehmen.


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