Dem 14-jährigen Balin Imfeld winkt ein Award für seine Videos

OBWALDEN ⋅ Der Lungerer Balin Imfeld macht Youtube-Filme aus Leidenschaft. Nun ist der 14-Jährige für den ersten Swiss Social Video Award nominiert. Doch ohne die Hilfe seiner Fans kann er nicht gewinnen.
03. Januar 2018, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Balin Imfeld macht Videos, seit er 11-jährig ist. Was mit Schlagzeugaufnahmen auf der Kamera seiner Mutter begann, sieht inzwischen ganz routiniert aus: Auf Youtube postet der 14-jährige Lun­gerer Oberstufenschüler Videos, gefilmt mit Profikamera und Drohne, und erzählt aus seinem Leben. Mit Erfolg. BalinFilms, wie er seinen Kanal nennt, ist als «Newcomer of the Year» für den Swiss Social Video Award nominiert (wir berichteten). Der Preis, der die besten Videos des Jahres auszeichnet, wird Mitte Januar von SRF Virus und «Blick am Abend» zum ersten Mal verliehen. «Als ich von meiner Nominierung hörte, glaubte ich es kaum», erzählt Balin etwas atemlos. «Ich freue mich extrem.»

Um zu gewinnen, braucht er aber die Hilfe seiner Fans. Denn wer Newcomer des Jahres wird, entscheidet das Publikum. Noch bis am 7. Januar läuft das Online-Voting. «Ich mache mir schon ­etwas Sorgen», sagt Balin. «Meine Konkurrenten sind extrem stark. Sie haben beide Tausende Abonnenten mehr als ich. Ich brauche jede Stimme.» Auf Youtube hat Balin heute 448 Abonnenten, auf Instagram folgen ihm weitere 468 Leute. «Mit Youtube kann man sehr schnell viel Aufmerksamkeit erhalten», meint der Jungspund nüchtern. «Das kann sehr schön, aber auch negativ sein.» Er selber habe aber noch nie mit Neidern zu tun gehabt. «Meine Freunde finden es toll, dass ich ein etwas anderes Hobby habe», meint der Lungerer. «Meine Eltern haben am Anfang nicht ganz verstanden, wie das geht, aber ich habe es ihnen erklärt. Seither unterstützen sie mich voll.»

Acht Stunden schneiden für ein Video

Viele von Balins Videos sind tagebuchähnlich, er nimmt seine Zuschauer etwa auf Campingtrips oder zum Skifahren mit. «Ich versuche, mich durch cinematische Elemente abzuheben, zum Beispiel durch den Einsatz von Musik», erklärt er. Balins Vorbilder sind grosse Youtuber wie etwa der Schwede Jon Olsson – «der hat eine 50000-Dollar-Kamera!». Seine eigene, etwas preiswertere Ausrüstung hat sich Balin durch Ferienjobs finanziert, inzwischen erhält er aber auch Videoaufträge, etwa für das Lungerer Seenachtsfest oder für die Sarner Fasnacht. Ein Video zu schneiden, dauere im Durchschnitt acht Stunden, erklärt der Hobbyfilmer. Ob er diesen Aufwand noch gleich oft betreiben kann, wenn er nächsten Sommer seine Mediamatiker-Lehre beginnt, weiss Balin noch nicht. «Ich möchte aber definitiv weitermachen mit Youtube. Mediamatiker hat auch viel mit digitalen Medien zu tun, das ist die perfekte Lehre für mich.» Doch Balin hat noch höhere Ziele: «Mein grösster Traum ist es, ­Regisseur zu werden.»

Zunächst aber gilt es, die Werbetrommel für das Online-Voting zu rühren. Balin hat keine Ahnung, wem er seine Nominierung zu verdanken hat: «Irgendein anderer Youtuber hat mich vorgeschlagen.» Falls er gewinnt, würde sich Balin zwar über eine grössere Abonnentenzahl freuen. «Aber das ist nicht mein Hauptziel. Ich möchte meine Zuschauer inspirieren, nicht immer nur drinnen zu hocken, sondern etwas zu unternehmen.»

Hinweis

Zum Online-Voting und Video-Kanal


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