Erste dreistellige Nummer ging für 10'000 Franken weg

OBWALDEN/NIDWALDEN ⋅ Das Verkehrssicherheitszentrum versteigert neu spezielle Nummern im Internet. Bereits die erste Auktion in den zwei Kantonen schlug ein.
03. Dezember 2017, 05:00

Das Kontrollschild mit der Nummer OW 238 hat für einen Obwaldner Autofahrer eine besondere Bedeutung. Er zahlte dafür ganze 8000 Franken. Zu diesem Preis ersteigerte der Meistbietende diese Woche an der Online-Auktion des Verkehrssicherheitszentrums Obwalden/Nidwalden (VSZ) diese Autonummer. Gar 10000 Franken war ein Nidwaldner bereit, für das Schild NW 897 zu bezahlen. Muigg01, wie er sich nennt, will anonym bleiben. Seit Mitte November können Liebhaber besonders begehrter Kontrollschildnummern nun auch auf www.vsz.ch online und anonym mitbieten, wie man es von anderen Strassenverkehrsämtern schon länger kennt.

Zur Online-Versteigerung gelangen bei Autos ein- bis vierstellige Nummern und besondere Zahlenbilder wie etwa NW 123 123. Der Startpreis entspricht dem Preis, zu dem früher die Nummern verkauft wurden, und reicht von 300 Franken für vierstellige bis 10 000 Franken für einstellige Nummern. Bei besonderen Zahlenbildern wird mit 1000 Franken gestartet.

14 spezielle Nummern kamen unter den Hammer

«Wir sind sehr zufrieden mit der erstmals durchgeführten Auktion», zieht Markus Luther, Geschäftsführer des VSZ, Bilanz. In Nidwalden kamen acht, in Obwalden sechs spezielle Nummern unter den Online-Hammer. Bis zum Zehnfachen des Grundpreises liege der Erlös. Das Interesse am Online-Ersteigern sei gross. Bereits hätten sich 165 Personen in Nidwalden und 142 in Obwalden registriert für die Auktionen, die in der Regel alle 14 Tage von neuem starten. Diese Einnahmen fliessen in die Staatskasse und in den Verkehrssicherheitsfonds. Warum ist jemand bereit, für eine Autonummer bis zu 10 000 Franken zu zahlen? «Aus denselben Gründen, aus denen jemand über 1000 Franken für ein iPhone zahlt», gibt Markus Luther zur Antwort. «Viele haben zur Wunschnummer eine emotionale Beziehung, vielleicht entspricht sie ihrem Geburtstag oder hat eine andere Bedeutung.»

Früher wurde fast vor dem Eingang übernachtet

Dass das VSZ als eines der letzten Strassenverkehrsämter in der Schweiz auf den Zug aufspringt, hat laut Luther mit der Informatik-Infrastruktur zu tun, die erst seit Herbst bereit sei. Damit sind die Zeiten vorbei, als jeweils alle zwei Monate beim VSZ in Sarnen und Stans für den Erwerb eines speziellen Nummernschildes Schlange gestanden wurde. Luther weint dem keine Träne nach. «Der Andrang war gross. Die Leute warteten teilweise im Freien, übernachteten fast vor dem Eingang. Der Schnellste kam zum Zug. Das waren nicht ideale Zustände. Das Sicherheitsrisiko wurde mit der Zeit zu gross.» Aktuell kann man in Ruhe von zu Hause aus für OW 200 mitbieten.

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch


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