Gasser ist zurück auf der Rockbühne

OBWALDEN ⋅ Kaum hat er sein Buchprojekt mit Film zu Bruder Klaus abgeschlossen, präsentiert Luke Gasser seinen nächsten Wurf. Am 26. Mai erscheint ein weiteres Hardrock-Album seiner Band mit dem Titel «Mercy On Me».
20. Mai 2017, 10:40

Wer Luke Gasser kennt, weiss, dass er aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, seine Meinung «fadegrad» kundtut. So ist es auch auf seinem brandneuen Album «Mercy On Me», das in den nächsten Tagen auf den Markt kommt. «Wir leben in bewegten Zeiten. Es gab noch nie so viel Umverteilung von unten nach oben. Wir stossen überall an Grenzen. Die Gesellschaft ändert sich, ohne dass die Spielregeln dafür diskutiert wurden. Trump ist ein Produkt unserer Zeit. Das alles muss uns beschäftigen», sagt Luke, der die Themen seiner Songs aber auch ganz pragmatisch sieht.

«Wenn ich schon Texte für meine Songs schreibe, dann will ich gute Texte schreiben über Dinge, die mich bewegen. Und wenn man etwas zu sagen hat, singt man die Songs auch besser. Rockmusik hat schon immer von der Haltung gelebt.» Die zwölf neuen Songs auf Gassers neuem Album behandeln ganz unterschiedliche Themen. Da geht es auch um Liebe, Romantik und in einem Titel (Mercy On Me) auch um Religion. «In der englischen oder amerikanischen Rockmusik geht man damit viel unbefangener um, hier gilt Religion als Privatsache, sie ist weniger ein Thema in der Musik.»

Spezieller Draht zum Nazareth-Sänger

Die Musiker der schottischen Rocklegende Nazareth beispielsweise hätten es auf den gemeinsamen Tourneen hochinteressant gefunden, dass er sich in anderen Projekten auch mit Religion und Geschichte auseinandersetze und auch schon Bücher darüber geschrieben habe. Besonders zum ehemaligen Nazareth-Sänger Dan McCafferty habe er nicht zuletzt deswegen einen speziellen Draht gefunden. «Wir haben in Edinburgh gemeinsam einen Song aufgenommen, der dann auf dem nächsten Album erscheinen wird – und ich hoffe, dass wir das wiederholen können.»

Aufgenommen wurden die zwölf Titel für «Mercy On Me» wieder im Luzerner Foolpark Studio in der bewährten Besetzung Luke Gasser, Rudolf Halter und Zach Prather. Eine mittlerweile bestens eingespielte Band. Kurz vor den Aufnahmen habe man im Herbst nochmals rund 40 Konzerte gespielt. Die Band werde «immer kompakter und kompetenter», erzählt Luke und verrät, dass man schon einige Nummern für ein weiteres Album im Kasten habe. Mehrheitlich knackige und krachende Gitarrenriffs, kurze, schnörkellose Hardrock-Songs mit Drive und wenige ruhigere Nummern – Luke Gasser bleibt sich treu. Wer bis jetzt seinen Stil mochte, wird auch vom neusten Werk begeistert sein. Man fragt sich aber, wann er angesichts seiner vielen Aktivitäten noch dazu kommt, neue Songs zu komponieren. «Die entstehen oft beim Autofahren, im Tourbus oder auf Bergwanderungen – ich höre sie im Kopf und muss sie nachher nur noch aufschreiben», sagt Luke Gasser. Eine tolle Möglichkeit seien die Soundchecks. «Da hat man zwischendrin immer wieder Zeit, auf der leistungsfähigen Bühnenanlage Gitarrenriffs auszuprobieren.»

Mit den neuen Songs im Gepäck geht es nun Ende Monat vorerst auf eine wöchige Tour nach Norwegen – Skandinavien ist für Hardrock ein sehr wichtiger Markt. Wann und wo weitere Konzerte in Europa folgen, wird auf der Website publiziert.

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@

 

obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Alle Texte des neuen Albums in deutscher Übersetzung finden Sie auf www.lukegasser.ch.


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