Denkpause: Gemeinde beschliesst einen Stopp für neue Plakatstandorte

SARNEN ⋅ In Sarnen besteht vermehrt Nachfrage nach allgemeinen Werbeflächen. Mit einem Plakatierungskonzept will die Gemeinde diesem Anliegen Rechnung tragen. Bis es so weit ist, werden keine neuen Gesuche mehr bewilligt.
13. Oktober 2017, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

In Sarnen werden vorläufig keine neuen Plakatierungen und allgemeinen Werbeflächen mehr bewilligt. Der Gemeinderat hat eine Planungszone für das gesamte Baugebiet der Gemeinde erlassen, um diesen Marschhalt festzulegen. Der Grund ist dem neuesten Amtsblatt zu entnehmen: Die Gemeinde will Wildwuchs von Plakatierungen und Werbeflächen vermeiden. «Mit der Planungszone hat die Gemeinde Zeit, ein Plakatierungskonzept zu erarbeiten sowie das Bau- und Zonenreglement anzupassen, ohne dass neue Plakatierungen diese Pläne wieder vereiteln», sagt Alois Abegg, Leiter Bau- und Raumentwicklung der Gemeinde Sarnen.

Im Moment bestehe zwar noch kein Wildwuchs, so Abegg. Doch der könne entstehen: «Wir haben vermehrt Anfragen von Plakatierungsfirmen, die Werbeflächen erstellen und nutzen respektive vermieten wollen. Sarnen braucht ein Konzept, das die Plakatierung und die allgemeinen Werbeflächen regelt.»

Wer in Sarnen eine bewilligungspflichtige Plakatierung oder Werbefläche erstellen will, muss ein Gesuch bei der Gemeinde stellen. Bis anhin wurden diese Gesuche fast in jedem Fall bewilligt, sofern die gesetzlichen Vorgaben eingehalten waren. Denn: «In den Ortsbildzonen gibt es bisher keine Vorgaben zu Plakatierungen, und entlang von Strassen mussten bisher einfach die Abstände eingehalten werden», sagt Abegg. Das noch zu erarbeitende Plakatierungskonzept soll hier Klarheit schaffen und dem Gemeinderat eine Grundlage geben, ­Plakatierungswünsche auch abzulehnen.

Zusammenarbeit mit ­Polizei und Denkmalschutz

Die Planungszone gilt für maximal fünf Jahre. «So lange soll die Konzepterarbeitung aber nicht dauern», sagt Alois Abegg. «Wir rechnen damit, das Plakatierungskonzept im Verlauf von 2018 fertigzustellen. Anschliessend muss noch das Bau- und Zonenreglement angepasst werden.» Nach welchen Regeln in Zukunft in Sarnen Plakatierungen erstellt werden dürfen, kann Alois Abegg noch nicht sagen. Man werde das Konzept aber im Bereich Strassen mit der Polizei und im Bereich von Schutzobjekten und in der Ortsbildzone mit der Fachstelle für Denkmalpflege erarbeiten.

Schon im Jahr 2000 hatte die Dorfschaftsgemeinde einen ersten Anlauf zu einem Plakatierungskonzept genommen. Dieses wurde damals jedoch von der Polizei mehrheitlich abgelehnt und trat daher nie in Kraft, wie Marco Niederberger, Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, auf Anfrage bestätigt. «Ein Haupteinwand waren damals die Standorte der Werbeflächen», sagt Marco Niederberger. Für das neue Konzept sei vor allem wichtig, dass Plakate nicht verkehrsbehindernd oder ablenkend positioniert würden und damit die Verkehrs­sicherheit beeinträchtigt werde. Nicht von der Planungszone betroffen sind Firmenwerbungen, also Firmen, die auf ihren Grundstücken in eigener Sache Werbung machen möchten. «Auch die bestehenden Plakatierungsflächen haben grundsätzlich Bestandesgarantie und bleiben daher wohl, wo sie sind», sagt Alois Abegg. Und auch Vereine dürften für ihre Anlässe weiter Plakate aufhängen, sofern diese nicht bewilligungspflichtig seien.

Die Planungszone ist bereits in Kraft und liegt noch bis zum 6. November öffentlich auf. Einsprachen sind bis zu diesem Datum möglich.


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