Diesen Monat vor zehn Jahren: Im Steilrampe-Tunnel wird gebaut

OBWALDEN/NIDWALDEN ⋅ Im November 2007 forderten Schüler in Sarnen eine neue Kanti, in Stans wurde das Dach der neuen Montagehalle installiert und in Wolfenschiessen ging ein Coiffeurgeschäft auf, in dem nur Lehrlinge bedienen.
29. November 2017, 07:59

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Der Rückblick auf den November 2007 startet in der Ranftschlucht. An Allerheiligen erstrahlt die untere Ranftkapelle in neuem Glanz. Die im feuchten und schattigen Umfeld der Ranftschlucht stehende Kapelle ist vielen Gefahren ausgesetzt. Zu den Hauptfeinden gehören Algen, Pilze und allerlei Tierchen. Sie setzten den mittelalterlichen Wandmalereien schon immer zu. Seit der Gesamtrestaurierung in den Jahren 1985/86 sind wieder Verfärbungen und ein zunehmend fleckiges Erscheinungsbild der figürlichen Darstellungen aufgetreten. Zudem stellte sich heraus, dass Altar, Statuen und der gesamte Dachstuhl von einer Holzwurmart befallen sind.

In Wolfenschiessen geht ein Coiffeurgeschäft auf, in dem nur Lehrlinge bedienen. Die Freude am neuen Coiffeurgeschäft Youngstyle mit der jugendlichen Bedienung teilen indes nicht alle. Gar als «Witz» und «unbegreiflich» bezeichnet es die Besitzerin eines Coiffeurgeschäfts im En­gel­bergertal.

Schüler fordern lautstark neue Kanti

«Bildig, oh weh – Obwalde chah meh», tönt es am 6. November 2007 lautstark durch Sarnens Strassen. Die meisten der 400 Kanti-Schüler ziehen mit Plakaten, Sprüche skandierend und pfeifend Richtung Rathaus. Sie verlangen, dass die Regierung auf ihren Entscheid zur Sanierung der Kanti und der Turnhalle nach dem Hochwasser 2005 zurückkommt und unter Einbezug der Direktbeteiligten die Diskussion neu aufnimmt.

Vier Krane sind nötig, um die 70 Tonnen schweren Träger für das Dach der neuen Montagehalle aus Holz der Pilatus-Flugzeugwerke in Stans anzuheben. Die Halle wurde wegen der vollen Auftragsbücher nötig. Verbaut werden dabei 2000 Kubikmeter Holz.

Nach Maikäferinvasion kommt die Engerlingsplage

Nach dem äusserst starken Maikäferflug im Frühling 2007 – Basler Flugjahr in Obwalden, Nidwalden und dem Haslital – finden die Experten eine so grosse Nachkommenschaft in Form von Engerlingen vor, dass mit Schäden im Wiesland, in Obst- und Gartenkulturen, ja selbst in Blumentöpfen von Hobbygärtnern gerechnet wird.

1997 hat der Sarner Bitzighoferbach nach einem Gewitter gewaltige Schäden angerichtet. Nun, zehn Jahre später, kann die neue Verbauung – sie kostete rund 3,8 Millionen Franken – eingeweiht werden.

Der Wichelsee präsentiert sich aktuell nicht von seiner schönsten Seite. Der Grund: Der im Durchschnitt nur 1,8 Meter tiefe See wird auf rund einen Drittel seines normalen Wasserstandes abgesenkt. Damit können die Bauarbeiten weitergeführt werden. Erstellt werden eine Fischtreppe und ein Restwassergerinne.

Der inzwischen verstorbene Giswiler Jodler Ruedi Rymann siegt in der TV-Sendung «Schweizer Hits» unter dem Motto «Heimat» im November 2007 mit grossem Vorsprung. Er holt fast 30 Prozent der Stimmen der Fernsehzuschauer.

Kinder betteln für einen Tag

«Strassenkind – für einen Tag» heisst die Aktion, die das Hilfswerk Terre des hommes zum internationalen Tag der Kinderrechte in der ganzen Schweiz durchführt. Über 6000 Kinder nehmen daran teil, darunter auch 90 aus Ob- und Nidwalden. In Kerns schlüpfen dazu 21 Kinder in die Rolle von Strassenkindern. Sie bieten im Dorf ihre Dienste als Schuhputzer an, verkaufen Zeitungen, selbst gebastelte Waren sowie Kuchen und Tee.

Rund eineinhalb Jahre nach dem Baustopp können die Arbeiten im Steilrampe-Tunnel zwischen Grafenort und Engelberg wieder aufgenommen werden. Im April 2006 hat man nach drei Wassereinbrüchen einen Baustopp beschlossen. Nun nimmt man sich des Sorgenkindes erneut an: Die 320 Meter lange Störzone soll mittels Drainagebohrungen (zur Ableitung des Wassers) sowie durch Abbrüche und Anpassungen an der vorhandenen Gewölbesicherung aus Spritzbeton und Stahl gesichert werden.

Modellmotorboote nicht mehr erwünscht

Am lopperseitigen Ufer des Alpnachersees, zwischen Acheregg und Telli, sind Modellmotorboote nicht mehr erwünscht. An den Uferzugängen weisen zwei Tafeln darauf hin. Das Verbot aufgestellt haben die Ürtekorporation Stansstad und der Kanton. Das Problem seien die hochrangigen Motoren der rund 60 ­ bis 80 Zentimeter langen Boote, heisst es von Ürteseite. Anwohner fühlten sich gestört.


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