Bullriding in Sarnen: «Isch im Fall huere schwierig gsii»

SARNEN ⋅ Statt im «Scheesenwagenrennen» massen sich die kleinen und grossen Sarner Fasnächtler dieses Jahr im Bullriding – halt so, wie es sich im Wilden Westen gehört.
12. Februar 2018, 20:59

Ein mottogerechtes Riesengaudi hat die Sarner Lälli-Zunft organisiert – nicht nur für diejenigen, welche sich auf den Bullen trauten, sondern auch für die Zuschauer. Könnte sein, dass hier und da auch etwas Schadenfreude bei allzu schnellen Stürzen mitspielte. Jedenfalls versuchten Klein und Gross sich möglichst lange auf dem wilden Bullen zu halten, bevor sie unter Gejohle und Applaus des Publikums irgendwann unweigerlich auf die Luftmatte abgeworfen wurden. «Es geht nur um die Zeit», sagte Zünftler Thomas Müller, der das Ganze mitorganisiert, gestern und setzte ein schelmisches Lächeln auf. «Es spielt vielleicht noch so eine Art Gesichtskontrolle mit....». Schliesslich lässt sich der elektronische Bulle ja in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zum «Tanzen» bringen.

Als Erster wagte sich Zunftmeister Franz Burch auf den wilden Bullen und legte grad mal einen 45-Sekunden-Ritt hin. «Isch im Fall huere schwierig gsii», war der erste Kommentar nach dem Abwurf. Er sei schliesslich noch nie auf einem Pferd gesessen und schon gar nicht auf einem Bullen. «Beim Füttern bin ich besser als im Reiten», meinte Franz II. mit einem breiten Lachen. Immerhin reichte seine Zeit locker, um seinen Vorgänger Ivo Mathis zu schlagen. «Kein Wunder, du kannst halt besser fliegen», sagte Franz II. in Anspielung auf das letztjährige Fasnachtsmotto «nur Fliegen ist schöner» vom damaligen Zunftmeister Ivo I. Dass die Lälli-Zunft dieses Jahr das Bullriding präsentiert hat, das zu ihrem Motto Wild Wild West passt, habe auch ein wenig mit der rückläufigen Zahl der Anmeldungen für das «Scheesenwagenrennen» zu tun, erzählte Franz Burch. «Wir wollten auch deshalb etwas Neues. Das heisst aber nicht, dass es nicht irgendwann wieder ein Rennen gibt.»

Bis gegen 19 Uhr wurde der wilde Bulle von den Sarnerinnen und Sarnern geritten. Dann waren die Gewinner klar. Pünktlich um 19.30 Uhr ging mit dem Einzug von 14 Guggen der wildwestliche Fasnachtsbetrieb auf dem Dorfplatz und im ganzen Dorf dann so richtig los.

 

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch



Sie ritten am längsten:

1. Kusi Mathis, Schärbähuifä, 49 Sek. 2. Tino Krummenacher, Stollägusler, 48 Sek. 3. Franz Burch, Lälli-Zunftmeister, 45 Sek.

 

  • Das von der Lälli Zunft organisierte Bullriding auf dem Sarner Dorfplatz war ein Riesengaudi. Nur schon das Aufsteigen hatte es in sich .... (© Philipp Unterschütz)
  • Das von der Lälli Zunft organisierte Bullriding auf dem Sarner Dorfplatz war ein Riesengaudi. Nur schon das Aufsteigen hatte es in sich .... (© Philipp Unterschütz)
  • Das von der Lälli Zunft organisierte Bullriding auf dem Sarner Dorfplatz war ein Riesengaudi. (© Philipp Unterschütz)

Das von der Lälli Zunft organisierte Bullriding auf dem Sarner Dorfplatz war am Montag, 12.2.2018, ein Riesengaudi. Hier ein paar Impressionen.


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