Jodler zeigen ihre Gesangskünste

MELCHTAL ⋅ Die Jahreskonzerte der Melchtaler Jodler haben mit überzeugenden Vorträgen aufgewartet. In die Gunst des Publikums spielten sich auch die Gastformationen.
07. November 2017, 07:54

Im Klosterdorf herrscht Zwischensaison, denn die Töne von Kuhglocken sind verstummt, und das Echo vom Alpsegen widerhallt nicht mehr in der Bergwelt. Wenn aber der örtliche Jodlerklub – das Echo vom Melchtal – wie letztes Wochenende zu seinen Konzerten ins Sportcamp lädt, dann ist Melchtal für viele Jodlerfreunde erklärtes Reiseziel. Und da waren die Melchtaler Jodler herzlicher Gastgeber. Mit ihrem von Einfachheit geprägten Naturell, mit ihrer engagierten Sangesfreude, die Monika Ettlins Handschrift trägt, und ihrer aufgestellten Art liessen sie den Abstecher zum Erlebnis werden.

Gut und gerne hätten die ­heurigen Konzerte dem Motto «Drhäime uf Bsuech» zugeordnet werden können. Denn nach dem kraftvoll vorgetragenen «Chüejer-Juiz» folgte Walter Hofers Komposition «Die alti Heimat». Damit luden die Jodler vom Bergdorf zum Verweilen an jenem Ort ein, wo Freunde noch heimisch sind. Wehmut in Wort und Ton wird aus Neldi Mings «Älplerziit» hörbar, wenn sich das Sennen­leben nach 100 Tagen dem Ende zuneigt. Treffend auch Fredy Wallimanns «Kamerade-Juiz». Mit dieser heiter-besinnlichen Melodie unterstrichen sie das gute Miteinander und hiessen ihre drei neuen Sänger Armin und Jost Durrer sowie Roger von Rotz in ihren Reihen willkommen. «Läbesgschicht» aus der Feder des Simmentalers Ueli Moor ist eine Art Rückbesinnung in Naturjutzform über das eigene Werden und Sein des Berner Oberländers. Mit «Danke sägä» verabschiedete sich die Melchtaler Jodlerschar ganz sympathisch von ihrem aufmerksamen Publikum.

Erstklassige Gäste überzeugen

Am Freitagabend wartete die Alpnacher Jodlergruppe Schlierätal mit gehörfälligem Jodlergesang auf. Der Männerklub gab sich in seinen Darbietungen berglerisch, denn mit «Wie baas isch mier da obe» liessen die 19 Jodler erkennen, dass ihnen dieser Auftritt behagte. Eine Spitzenleistung erbrachte am Samstag das Buurechörli Lozärnerland aus Grosswangen. Kompositionen wie «E Älplertroum» (Emil Wallimann), Willy Valottis «E Juchz i d Berge», «I dänk chli nah» (Ueli Moor) und «Am Bächli nah» ihres Dirigenten Josef Dubach, erlebten tadellose Intonationen durch die jodelnden Bauern. Seinen zweiten offiziellen Auftritt bestritt das Kernser Alphorntrio Apero mit Anita Küchler, Peter Kathriner und Roger Burri. Die drei Musikanten der Harmoniemusik Kerns überbrachten Melodien von Anton Wicky und Hans Scheuber in den Konzertsaal. Mit dem «Deggenhausertal-Blues» des deutschen Berthold Schick unterstrichen sie ihre Bläserqualitäten und beeindruckten mit dem etwas anderen Stil der Alphornmusik. Für Schwyzerörgeli­klänge sorgten das Trio St. Jakob Ennetmoos und die 3fach-Hirsche Schüpfheim.

Otmar Näpflin

redaktion@obwaldnerzeitung.ch


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