650-Jahr-Jubiläum wirft seine Schatten voraus

ALPNACH ⋅ Mit einem Betriebsgewinn von 72'800 Franken schliesst das Budget der Korporation ab. Die Versammlung sagte Ja dazu und liess sich übers 650-Jahr-Jubiläum informieren.
02. Dezember 2017, 05:00

Robert Hess

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Die Korporation Alpnach ist auf Kurs: Sie hat fürs kommende Jubiläumsjahr einen Ertragsüberschuss budgetiert, kann im nächsten Herbst ihren neuen Forstwerkhof Chilcherli in Betrieb nehmen und diesen am 20. Oktober an einem Tag der offenen Türe der Bevölkerung präsentieren. Die Eröffnung ist 2018 denn auch einer der Hauptanlässe zum 650-Jahr Jubiläum der Korporation Alpnach, der früheren Bürgergemeinde.

Die Informationen über die weiteren Jubiläumsaktivitäten wie beispielsweise «Lotto im Säli» (18. März), Projektwoche Schule (14. bis 18.Mai), die eigentliche Jubiläumsfeier (7. bis 10. Juni), ein Ausflug nach Basel (15. September) sowie die Korporationsversammlung auf dem Pilatus (29. November) hatte der Korporationsrat am Donnerstagabend an einen speziellen Gast delegiert. Präsident Walter Hug übergab nämlich das Wort für den humorvollen Streifzug durchs Programm an Dr. Walter B. Grünspan.

Präsident und Vize einstimmig wieder gewählt

Der «herzerwärmende Bundesbeamte» ist schweizweit bekannt für seine satirischen Politbetrachtungen und kabarettistischen Zusammenfassungen von Versammlungen, Referaten oder Podiumsgesprächen. So geschah es auch mit der Alpnacher Korporationsversammlung: «Der Vize schlug den Präsidenten, der Präsident schlug den Vize ... vor», resümierte Dr. Grünspan, oder ein Beispiel aus höheren Politbereichen: «Wer ist ein süsser Bundesrat mit Vorgeschmack? – Cassis!»

Vor diesem humorvollen Teil der Versammlung und der anschliessenden Einladung zu «Läbchuechä und Nidlä» mit Kaffeebegleitung hatten die rund 180 Anwesenden drei Geschäfte zu erledigen. Einstimmig wurden Präsident Walter Hug und Vizepräsident Urs Wallimann für ein Jahr in ihren Ämtern bestätigt.

Ebenfalls einstimmig wurde der Voranschlag 2018 genehmigt, der bei einem Aufwand von 13,3 Millionen und einem Ertrag von 13,37 Millionen Franken «ein leicht positives Ergebnis von 72800 Franken vorsieht», erklärte Finanzchef Urs Spichtig. «Nach wie vor bilden die Erträge aus den Grundstücken, Konzessionen (zum Beispiel Pilatusbahn) und Abbaurechten die Haupteinnahmen der Korporation», fuhr er fort. In diesen Bereichen sind 2,02 Millionen Franken Einnahmen budgetiert, plus 2 Prozent gegenüber dem Budget 2017. Praktisch zu 100 Prozent seien die Wohnobjekte vermietet, wobei derzeit eher kleine bis mittlere Wohnungen gefragt seien. Weniger leicht liessen sich dagegen die Gewerbeliegenschaften vermieten, berichtete Spichtig.

Beim Holzheizwerk nimmt der Ertrag um 9 Prozent auf 1,65 Millionen Franken zu. Das Forstwesen rechnet mit einem Ertrag von 1,7 Millionen Franken, wobei 1,05 Millionen aus öffentlichen Abgeltungen für die Schutzwaldpflege und die Förderung der Biodiversität stammen.

Kein Korporationsnutzen, dafür Jubiläumsprogramm

Auf der Aufwandseite betragen die Abschreibungen rund 1,5 Millionen Franken. Verzichtet wird 2018 auf die Auszahlung des Korporationsnutzens, «da die Bürger und Bürgerinnen von einem vielfältigen Jubiläumsprogramm profitieren können», begründete Präsident Walter Hug den Entscheid. Nicht verzichtet wurde dagegen auf die Abgabe eines Christbaum-Gutscheines für jeden Versammlungsbesucher. Für die Jubiläumsaktivitäten war im November 2016 ein Kredit von 250'000 Franken genehmigt worden.

Die Investitionsrechnung sieht bei einem Gesamtaufwand von 3,5 Millionen Franken Nettoinvestitionen von 1,58 Millionen Franken vor. Die grössten Posten sind der Beitrag an den Neubau des Forstwerkhofes (2,5 Millionen), die Ersatzbeschaffung eines Mobilseilkrans (630'000 Franken) oder die Erweiterung des Wärmeverbundes (150'000 Franken).

Schliesslich genehmigte die Versammlung im dritten Geschäft des Abends einen Zusatzkredit von rund 30'000 Franken an den An- und Umbau des Alpstalls Lütoldsmatt.


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