Jubilar transportiert ein ganzes Auto

ALPNACH ⋅ Der Militärflugplatz Alpnach wird 75-jährig. Das grosse Jubiläum feiert die Armee zusammen mit der ganzen Bevölkerung. Diese profitiert vom Flugplatz mehr, als vielleicht mancher glaubt.
13. Mai 2017, 05:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

75 Jahre Flugplatz und 30 Jahre Super-Puma: Das Doppeljubiläum ist für das Flugplatzkommando und ihre Partnerorganisationen Grund genug, heute ihre Tore für einen Tag der Öffentlichkeit weit zu öffnen. Rund 650 stationierte WK-Soldaten unterstützen die Berufsorganisationen auf dem Flugplatz in diesen Tagen zu Gunsten des Anlasses. Die Besucher erwartet einige Highlights. «Die Besucher erleben eine rund dreiviertelstündige Flugshow unserer Super-Pumas und sehen etwa, wie ein Super-Puma ein Militärfahrzeug in der Luft transportiert», sagt der stellvertretende Flugplatzkommandant Gerhard Durrer. Auf dem Programm steht auch ein Überflug des PC-7-Teams. Das Unfallpikett demonstriert seine Einsatzbereitschaft und Schnelligkeit. Es ist innerhalb von drei Minuten an jedem Punkt des Flugplatzareals. Auch die Schutzhunde zeigen ihr Können. Einen Einblick in ihre Arbeit geben in zahlreichen Ausstellungen nebst der Luftwaffe selber auch die Partner, so unter anderen die Logistikbasis der Armee, die Führungsunterstützungsbasis der Armee, die Ruag, Swissint, die Flugsicherung Skyguide und der Zivilschutz. Wer Glück bei der Tombola hat, gewinnt einen Helikopterrundflug mit dem Super-Puma.

«Es ist wie bei anderen Firmen auch. Wir wollen uns der Öffentlichkeit zeigen, den Leuten einen Einblick in unsere Tätigkeit geben», meint Gerhard Durrer zur Motivation dieses Grossanlasses. Um Imagepflege gehe es dabei nur in zweiter Linie. «Unser Verhältnis mit der Bevölkerung ist grossmehrheitlich sehr gut. Die Alpnacher schätzen uns als Arbeitgeber von rund 300 Leuten und Ausbilder von 31 Lernenden.»

Der erste Flug war wegen eines Fabrikbrandes

Eher als Zufall setzte 1930 das erste Flugzeug in Alpnach auf. Es galt, den Baumwollfabrikanten Spörri, welcher in den Ferien auf dem Pilatus weilte, schnellstmöglich zu seiner brennenden Fabrik im Tösstal zu bringen. Auf der Lis­te der neu zu erstellenden Flieger-Stützpunkte erscheint der Name Alpnach offiziell im Jahre 1939, daraufhin erfolgte schrittweise der Ausbau des Flugplatzes bis hin zu den heute modernen Infrastrukturen und Systemen. 1964 wurde offiziell der Helikopterflugbetrieb aufgenommen, 1987 wurde mit dem Super-Puma ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Wichtige Rolle für den Lufttransport

Als Helikopter-Kompetenzzentrum spiele Alpnach zusammen mit den zwei weiteren Standorten Dübendorf und Payerne eine wichtige Rolle für die Schweizer Luftwaffe im Lufttransport. «Auch das zivile Leben profitiert davon», unterstreicht Gerhard Durrer. «Wir unterstützen die Polizei unter anderem bei der Suche von vermissten Personen wie etwa verunglückten Bergsteigern oder demenzkranken Leuten. Im Gegensatz zur Rega sind unsere Helikopter mit Wärmebildkameras ausgerüstet, mit deren Hilfe die Personensuche ermöglicht wird.» Rund 200 solcher Einsätze fliegt die Armee jährlich in der Schweiz, davon rund 40 Prozent ab Alpnach.

Dass sich der Bund vor 75 Jahren für den Standort Alpnach entschieden habe, erachtet Gerhard Durrer als Glücksfall. «Von hier aus können zum Beispiel die Jungpiloten üben, ohne dass sie private Grundstücke überfliegen müssen.» Überhaupt scheint der Flugbetrieb in Alpnach unter einem guten Stern zu stehen. Es hat sich kein einziger Unfall ereignet, bei dem Angehörige der Armee verletzt oder getötet wurden (siehe Kasten). Dies sei nicht nur auf Glück zurückzuführen. «Wir haben eine offene Fehlerkultur, sprechen einander auf Fehler an, das trägt viel zum unfallfreien Betrieb bei.»

 

Hinweis

Telefon 1600 (Obwalden/öffentliche Anlässe) gibt spätestens um 6 Uhr Auskunft über die Durchführung des Anlasses bei unsicherer Witterung.

  • Luzerner Zeitung AG
  • Luzerner Zeitung AG

75 Jahre Flugplatz und 30 Jahre Super-Puma: Das Flugplatzkommando hat am 13. Mai das Doppeljubiläum mit einem Tag der offenen Tür für die Bevölkerung gefeiert.


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