Kernser schnüren Zehn-Millionen-Paket

KERNS ⋅ An der Gemeindeversammlung geht es um viel Geld und eine neue Lösung für die Wasserversorgung. Zudem steht das Budget 2018 mit einem erwarteten satten Gewinn auf der Geschäftsliste.
11. November 2017, 05:00

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Der grösste Brocken, den der ­Gemeinderat der Gemeindeversammlung vorlegt, sind 6 Millionen Franken fürs Betagtenheim Huwel – allerdings nur als Darlehen, das wie bisherige verzinst würde. Der «Huwel» soll in einer dritten Etappe für 9,8 Millionen Franken erweitert werden, wie aus der Botschaft des Gemeinderats hervorgeht. Aufgrund einer öffentlichen Umfrage sind mehrheitlich Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sowie Studios geplant. Auch wenn die Gemeinde gesetzlich nicht verpflichtet sei, Kredite für ein solches Vorhaben zu gewähren, mache es Sinn, die Stiftung «auf dem Weg der Realisierung der dritten Etappe zu unterstützen». Aktuell ist noch ein Darlehen von 5 Millionen Franken offen, wovon 2 Millionen 2020 zurückgezahlt werden müssen. Die Führung der Betagtensiedlung habe in den vergangenen 20 Jahren «zu keinen Beanstandungen geführt», und man könne von einem offensichtlichen Bedürfnis nach solchen Wohnungen ausgehen. Die aktuelle finanzielle Situation erlaubt es laut Gemeinderat «trotz anderer anstehender Projekte», den Ausbau zu unterstützen.

Schulhaus-Aufstockung im zweiten Anlauf

Offene Fragen zur Gesamtschulraumplanung und Bedenken ­wegen der Statik hatten vor einem Jahr dazu geführt, dass der Gemeinderat die geplante Sanierung und Aufstockung des ­Schulhauses Dossen verschieben musste. Der Planungskredit über 250'000 Franken wurde mit 78:51 Stimmen verworfen. Nun nimmt der Rat einen neuen ­Anlauf und will einen Planungskredit von 336'000 Franken. Bis 2023/24 werde Kerns drei neue Klassenzimmer brauchen, das Schulhaus Dossen sei zudem ­sanierungsbedürftig, weder brandschutzkonform noch erdbebensicher. Darum will man es zusammen mit der Sanierung um ein Geschoss erweitern. Vertiefte Abklärungen hätten ergeben, «dass das bestehende Schulhaus aufstockbar ist», auch wenn wie in solchen Fällen üblich «mit gewissen Setzungen oder örtlich auch mit Hebungen» gerechnet werden müsse. Notfalls müsse man Risse mit Injektionen behandeln und den Baugrund mit Bodenverbesserungsmassnahmen stabilisieren. Letztlich geht der Gemeinderat von Gesamtkosten von 3,4 Millionen Franken aus, wovon 1,4 Millionen auch ohne Aufstockung nötig seien.

3,2 Millionen für Hochwasserschutz

Ferner stehen neben Budget (siehe Kasten) und drei Einbürgerungen von acht deutschen Personen drei weitere Geschäfte an:

  • Hochwasserschutz: Der Sandbach im Industriegebiet Sand soll für 3,2 Millionen Franken sicherer werden.Vor drei Jahren wurdedafür ein Planungskredit genehmigt. Nun liegt ein vom Kanton vorgeprüftes Projekt vor, gegen das noch Einsprachen hängig sind, die in den nächsten Wochen behandelt werden sollen. Ein grösserer Geschiebesammler, ein ausgebautes Gerinne, Strassenanpassungen und neue Brücken sowie vom Kanton verlangte Aufwertungsmassnahmen gehören mit zum Vorhaben, das 2023 abgeschlossen sein soll.
  • Fusion: Die vier Wasserversorgungen von Melchtal und jene von Kerns sollen fusionieren. Die Übernahme ist für 2018 geplant, die Verträge will manfristgerecht Ende Jahrunterzeichnet haben, schreibt der Gemeinderat. Im ­Februar 2017 hatte das Volk mit 89 Prozent Ja der Übernahme bereitszugestimmt.
  • Wasserversorgung: Im Zusammenhang mit obigem Geschäft werden für die Planungeines Gesamtprojekts für Reservoir und Leitungen 290'000 Franken beantragt. Man wolle auch Synergien für eine allfällige Verstromung in den Quellgebieten prüfen.

Hinweis

Gemeindeversammlung: Dienstag, 28. November, 20 Uhr, Singsaal, anschliessend Korporations­versammlung.

Korporationspräsident muss Amt abgeben

An der Versammlung der Korporation Kerns ist für ein Amtsjahr ein neuer Präsident zu wählen. Niklaus Ettlin muss sein Amt aufgrund der Amtszeitbeschränkung von 16 Jahren abgeben. Für ihn wählt die Versammlung zudem ein neues Mitglied in den Rat für den Rest der Amtsdauer bis 2020.

Schliesslich steht bei der Korporation ein Sachgeschäft an: Für die Projektierung und den Weiterbetrieb des Kiesabbaus Oberwald werden 215'000 Franken beantragt. Die seit zirka 1940/50 betriebene Abbaustelle habe laut seismischen Messungen «ein grosses Rohstoffvorkommen». Der vorhandene tongebundene Bergschotter eignet sich laut Botschaft sehr gut für Strassen- und Wegbau. Die erwarteten Kosten fallen an für Abbauprojekt, Umweltverträglichkeitsbericht und Rodungsgesuch. (mvr) 


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