Langer, tiefer Ton warnt neu bei Dammbruch

OBWALDEN ⋅ Der jährliche Sirenentest wird in Kerns, Sarnen und Teilen von Sachseln neu mit einem Wasseralarm ergänzt. Am 7. Februar 2018 ertönt er das erste Mal – probehalber.
07. Dezember 2017, 07:33

Die Wolfenschiesser kennen den Alarm, der immer am ersten Mittwoch im Februar ertönt, nach dem allgemeinen Alarm. Ein tiefer Ton, 20 Sekunden lang, mit 10 Sekunden Pause. Dieser würde im Ernstfall ausgelöst, wenn die Staumauer des Bann- alpsees brechen würde und die Wassermassen sich flutartig im Engelbergertal ergiessen würden. Dieser Wasseralarm ertönt testweise am 7. Februar 2018 das erste Mal in den Gemeinden Sarnen, Kerns und in Flüeli-Ranft – im Rahmen des schweizerischen Sirenentests. Die Bevölkerung würde so bei einem Notfall mit drohendem oder unkontrolliertem Abfluss rechtzeitig gewarnt. Die beiden Stauanlagen auf der Melchsee-Frutt dienen dem Elektrizitätswerk Obwalden als Energiespeicher.

Gefährlicher sind die Anlagen nicht geworden, wie Ewald Degelo, Leiter des Zivilschutzes Obwalden, auf Anfrage erklärt. «Die Stauanlagen werden rund um die Uhr überwacht. Sie sind entsprechend sicher. Eine Gefährdung der Bevölkerung ist praktisch ausgeschlossen und kam auch noch nie vor.»

Strengere Vorschriften vom Bundesamt für Energie

Der Grund für die Aufrüstung liege in der Zuständigkeit, die vom Militär an das Bundesamt für Energie überging, welches den Kanton beauftragt habe, einen Wasseralarm einzurichten. Der Zivilschutz Obwalden hat dieses Jahr das neue Sirenensteuerungssystem Polyalert im möglichen Überflutungsgebiet und die Wasseralarmsirenen installieren lassen und die betroffene Bevölkerung mit Merkblättern und Informationsschriften vorsorglich über das Verhalten bei Gefahr informiert. Dies zusammen mit dem Elektrizitätswerk Obwalden, dem Bundesamt für Energie und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz. «Ein sogenannt stummer Alarm zu Testzwecken funktionierte, den lauten Wasseralarm lösen wir dann am 7. Februar aus», so Ewald Degelo.

Bei einem Totalbruch der beiden Stauanlagen würde sich das Wasser bis nach Sarnen ergiessen. Ein solches Extremereignis sei allerdings äusserst unwahrscheinlich, da eine mögliche Flutwelle durch die Topografie schnell abflache, dies ergab zumindest eine Überflutungsanalyse eines spezialisierten Ingenieurbüros.

(map)


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