Muttertagskonzerte am Sägemehlrand begeistern

KÄGISWIL ⋅ Der Jodlerklub Alpnach überzeugte an seinen Konzertabenden. Für Höhepunkte sorgten die Uraufführung des «Bärgler-Juizes» und die Ehrung von Edi Langensand.
15. Mai 2017, 04:38

Otmar Näpflin

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

 

Eines sei vorweggenommen: Mit ihren Muttertagskonzerten vom vergangenen Wochenende in der Mehrzweckhalle Kägiswil, die auch dem Schwingsport gewidmet waren, haben sich die Alpnacher Jodler ein Notenblatt mit lauter Maximalnoten verdient. Sowohl Jodler- als auch Schwingerfreunde kamen voll auf ihre Rechnung, und dies nicht ganz zufällig. Im Hinblick auf das 111. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest vom 2. Juli in Alpnach machte der einheimische Jodlerklub beste Werbung für diesen Grossanlass. Dabei bewiesen die Jodler ganz grosse Klasse. Nicht nur die mit viel Liebe zum Detail dekorierte Bühne, auch die gesanglichen Darbietungen liessen aufhorchen und bereiteten viel Freude.

Nach dem Erklingen von Fredy Wallimanns «Fyrabig-Juiz» im Gesamtchor wartete die von Silvia Windlin geleitete Jodlerschar mit «Es schöns Daheim» von Ueli Moor auf. Dabei tat sie kund, dass sie mit Alpnach das Paradies auf Erden hat, und besang mit dem «Mattgrat-Juiz» wahre Glücks­gefühle. Mit dem Adolf-Stähli-Lied «Wenn d Schwälbeli i Süde zieh» untermauerten die Jodler, dass ihnen hiesige Heimaterde lieb und teuer ist. Diese vertraute Umgebung lieferte Motive für Hansruedi Niederbergers «Bärg­ler-Juiz», den Gerda Durrer und ihre achtzehn Kameraden erstmals ausgezeichnet vortrugen. Mit weiteren prächtigen Juizen von Alpnacher Komponisten verschafften sie den Besuchern einen Abstecher in die Obwaldner Bergwelt. Im «Schlussgang» glänzten die Alpnacher Jodler nochmals mit «Schwingerlüt vom Schwiizerland» und liessen mit dem «Bärgli-Juiz» und weiteren Zu­gaben ihre Bühnenpräsenz ausklingen.

Vereinstreue mit Kranz belohnt

Seit 40 Jahren ist Edi Langensand ein liebenswerter und hilfsbe­reiter Jodlerkamerad. In seiner Schwingerkarriere vor Jahren durfte er sich nie krönen lassen. Das begehrte Eichenlaub durfte er sich nun, wenn auch ohne Gang in den Ring, aufsetzen lassen – als Zeichen für seine Vereinstreue.

Ausgezeichnete Gastformationen folgten der Einladung nach Alpnach. So gastierte am Freitagabend der renommierte Jodlerklub Männertreu Nesslau-Neu St. Johann. Die 24 bestandenen Jodler aus dem Toggenburg imponierten durch ihre chorische Einheit und bestechend sichere und souveräne Vortragsweise in Lied und Juiz. Ihr Paradestück «De Wildhuser» durfte natürlich nicht fehlen. Diese Ehre fiel am Samstag dem Jodlerklub Finsterwald zu, der mit seinem Liederpotpurri ebenfalls sehr zu gefallen wusste.

Glänzend in Szene setzten sich auch Cindy und Corinne Rohrer aus Sachseln mit Akkordeonistin Tanja Fallegger. Die Drittplatzierten im Nachwuchsjodlerwettbewerb 2016 interpretieren mit Vorliebe Kompositionen von Miriam Schafroth und Sepp Herger. Ihre feinfühlige Vortragsweise macht dieses Damentrio überaus sympathisch.

Eine feine Leistung erbrachte am Samstag das Jodlerduett Monika Frank-Marco Würsch mit Adrian Näpflin am Akkordeon. Ihre Vorträge aus verschiedenen Notenmappen kamen ausdrucksstark daher und zeugten von gekonnter Sangesfreude. An beiden Abenden war Lukas von Moos für Büchelmelodien zuständig, und die Gnepfstei-Orgeler sorgten für musikalische Einlagen und spielten zum Tanz auf. Als Platzspeaker amtete Schwingerfachmann Marcel Durrer.


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