Die Narben des Golfplatzes sind verheilt

ENGELBERG ⋅ Der Golfplatz wurde bei einem Gewitter Ende Juli stark beschädigt. Nun ist der 18-Loch-Platz fast uneingeschränkt wieder bespielbar. Das hatte der Klubpräsident anfänglich nicht für möglich gehalten.
09. Oktober 2017, 05:00

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch

Da ist wortwörtlich kein Stein auf dem anderen geblieben. Noch vor rund zwei Monaten präsentierte sich ein Teil des Golfplatzes in Engelberg als karge Steinlandschaft, nachdem der Sulzbach bei einem heftigen Gewitter Unmengen von Geröll über das Grün getragen hatte. Inzwischen erstrahlt der Platz wieder in seiner ursprünglichen Farbe, alle 18 Löcher sind seit einigen Wochen mit kleinen Einschränkungen bespielbar.

«Für alle, die an den Aufräumarbeiten beteiligt gewesen sind, und für den Klub selbst, war es eine sehr intensive Zeit», blickt Golfclub-Präsident Markus Thumiger zurück. Er ist voll des Lobes über den Einsatz der Helfer. «Mitarbeiter und Klubmitglieder haben Sonderschichten geschoben – ehrenamtlich versteht sich.» Und auch die Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen und der Gemeinde sei vorbildlich gewesen. «Als ich das Schadenausmass gesehen hatte, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass wir heute bereits wieder über die komplette Anlage spielen können.»

Praktisch kein Turnier musste gestrichen werden

Beim Gewitter Ende Juli waren fünf Löcher stark und vier weitere teilweise in Mitleidenschaft gezogen worden. Insgesamt mussten rund 12 000 Kubikmeter Geröll abtransportiert werden, dafür waren über 2000 Lastwagenfahrten notwendig. In Handarbeit wurden die Greens von Schlamm und Kies befreit. Beschädigte Stellen auch anderswo auf der Anlage, die nicht mehr zu retten waren, wurden mit neuem Rasen ersetzt. Bei dieser Gelegenheit passte der Golfclub auch gleich mehrere Fairways und Bunker dem Gelände an.

Die Zahlen sind eindrücklich: Total wurden zirka 11 000 Quadratmeter Rasenbahnen verlegt, für die Räumung und die Instandstellung wurden gesamthaft rund 2500 Arbeitsstunden geleistet. Im kommenden Frühling sollen dann noch die Umgebungsarbeiten und die Sanierung der Strassen abgeschlossen werden.

Schutzmassnahmen für ein nächstes Mal getroffen

«Eine spezielle Herausforderung war es», so Markus Thumiger, «den Spielbetrieb auf den jeweiligen Platzzustand und die fortlaufenden Arbeiten auf dem Gelände abzustimmen.» Turniere mussten praktisch keine abgesagt werden, entweder konnte man auf andere Plätze in der Region ausweichen oder man passte die Turnierform auf die Anzahl bespielbarer Löcher an.

Eine Schadensumme kann der Golfclub-Präsident noch nicht nennen. Gespräche mit den Versicherungen hätten zwar stattgefunden, doch stehen letzte Bestätigungen für Kostenübernahmen aus. «Ich gehe davon aus, dass diese im Verlauf der nächsten Wochen eintreffen.»

Um bei einem nächsten Ereignis gewappnet zu sein, ist bei der Austrittsstelle des Bachs ein natürlicher Damm errichtet worden. Zudem wurde ein Graben erstellt, damit sich der Sulzbach im Überlastfall nicht wieder grossflächig den Weg über das Wiesland sucht. «Wie gut dies in der Praxis funktionieren wird, ist indes schwer vorherzusagen», so Markus Thumiger. Mit ihm hoffen aber auch die über 500 Klubmitglieder, dass sich ein derart starkes Gewitter nie mehr wiederholen wird.


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