Neuer Anlauf für den Bike-Park

OBWALDEN ⋅ Der Auenschutz wirft dem seit Jahren geplanten Bike-Park Giswil einen Stock zwischen die Speichen. Die Initianten wechseln den Kurs und wollen das Baugesuch neu einreichen.
08. November 2017, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Seit zehn Jahren soll in Giswil eine Bike-Arena entstehen. Doch das Projekt kommt nicht in die Gänge. Der neueste Stolperstein ist der Entscheid des Bundesrats, die Aue Laui, wo der Natural-Bike-Park entstehen soll, nicht aus dem Bundesinventar für den Auenschutz zu entlassen (wir berichteten). Für diesen Teil der Bike-Arena hatte Giswil-Mörlialp Tourismus Ende Januar ein Baugesuch eingereicht, der WWF Unterwalden erhob Einsprache. Diese ist laut Christoph Zumstein, Projektleiter der Bike-Arena, nach wie vor hängig.

Nun wird ein neuer Kurs eingeschlagen. «Statt die Bereinigung der Einsprache weiterzuverfolgen, werden wir das Baugesuch neu einreichen», sagt Zumstein. Mit einer Änderung: «Alle Posten des Natural-Bike-Parks werden ausserhalb des Auengebiets geplant», erklärt der Projektleiter. «In der Laui werden nur noch die bereits bestehenden Wege genutzt.» Der Bundesratsentscheid habe Giswil-Mörlialp Tourismus und die Gemeinde Giswil nur noch in diesem Entscheid bestärkt. «Wenn wir weiterhin an das Projekt glauben und es realisieren wollen, müssen wir uns anpassen.» Trotzdem zeigt er sich enttäuscht über die jahrelangen Verzögerungen. «Das ist sehr demotivierend.»

Ökologische Ausgleichsflächen gefordert

Der Bike-Park soll eine Art Vitaparcours für Velos werden, mit einer drei und einer fünf Kilometer langen Runde, wo Biker an diversen Posten verschiedene Techniken üben können. Diese Posten weckten den Widerstand von WWF Unterwalden, sagt Geschäftsführer Marc Germann. «Wir sind nicht gegen den Bike-Park. Aber die Stationen befinden sich abseits vom Weg.» Der WWF schlug der Bauherrin vor, ökologische Ausgleichsflächen zu schaffen für die von den Posten eingenommenen Flächen.

Das sei nie in Frage gekommen, entgegnet Projektleiter Christoph Zumstein. «Die Gemeinde Giswil hat in Obwalden in den letzten Jahren am meisten Land für den ökologischen Ausgleich hingegeben und ist auch schweizweit führend. Weitere solchen Massnahmen erschienen uns unverhältnismässig.» Das stattdessen angepasste Baugesuch plane man, in den nächsten zwei Wochen einzureichen.

Ob der WWF Unterwalden diesmal auf eine Einsprache verzichten wird, sei noch nicht klar, sagt Marc Germann. «Wir werden das Gesuch wieder prüfen. Grundsätzlich hören sich die neuen Pläne aber viel besser an.» Christoph Zumstein hofft auf eine Baubewilligung bis Anfang 2018 und auf einen Baustart Ende Februar. «Unser x-ter Wunschtermin für die Eröffnung wäre dann nächsten Frühling oder Sommer.» Die Realisierung des Natural-Bike-Parks ist zwingend nötig, damit das Gesamtprojekt Bike-Arena Giswil Fördergelder in Höhe von 82000 Franken vom Regionalentwicklungsverband Sarneraatal (REV) erhält – denn davon sind 28000 Franken an den Park gebunden. «Ich bin aber optimistisch, dass wir nun den ganzen Betrag erhalten werden», meint der Projektleiter.

Pläne für zwei Routen vorerst zurückgestellt

Zur geplanten Bike-Arena gehören neben dem Natural-Bike-Park drei beschilderte Routen. Erst die 18 Kilometer lange Strecke im Gebiet Grossteilerberg ist fertiggestellt. Die 57 Kilometer lange Rundstrecke von Giswil aufs Älggi und über Seefeld und Lungern zurück nach Giswil sowie die 6-Kilometer-Strecke ins Melchtal hätten zu Widerstand der Korporation Sachseln wegen Sicherheitsbedenken geführt, sagt Zumstein. «Wir haben diese Pläne vorerst zurückgestellt und suchen keine Konfrontation.» Erste Priorität habe der Natural-Bike-Park, «weil wir dort touristisch am meisten erzielen können.»


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