Noch mit neunzig war sie mit dem Töffli unterwegs

WILEN/SACHSELN ⋅ Die älteste Sarnerin hat am Sonntag ihren hundertsten Geburtstag gefeiert. Noch bis vor kurzem lebte Theres Ackermann – auch genannt «Burchli-Theres» – zu Hause.
10. April 2018, 05:00

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

»Eigentlich feiern wir seit dem neunzigsten jeden Geburtstag», erzählt Oskar Ackermann, zweitältester Sohn der Jubilarin. Theres Ackermann wird hundert. Ihren Geburtstag hat sie am Sonntag mit der Familie und Verwandten gefeiert. Am Montag kamen noch Regierungsrätin Maya Büchi-Kayser, Sarnens Gemeindepräsident Jürg Berlinger und Gemeindeschreiber Max Rötheli vorbei, um der Jubilarin zum Geburtstag zu gratulieren. Dies mit gutem Grund: Die gebürtige Wilerin ist die älteste Sarnerin.

Seit kurzem wohnt sie im Felsenheim Sachseln und kann von da aus das Heimet Burchen in Wilen sehen, in dem sie geboren und als Bauerntochter aufwuchs. Später lebte sie im Enzigrüti. Im Ausgang in Luzern lernte sie ihren späteren Ehemann Albin kennen, der aus Fribourg stammte.

Auch mit Hundert noch energisch

Sie heirateten und bekamen vier Söhne. «Burchli-Theres», wie man sie in Wilen nennt, führte im Enzigrüti aber nicht nur ihren Sechspersonenhaushalt, sondern kümmerte sich auch um zwei ledige Brüder. «Ihr Lebensmotto war ‹beten und arbeiten›», erzählt Tony Ackermann, der älteste Sohn. Theres Ackermann ist auch heute noch eine energische Persönlichkeit.

Noch bis vor zehn Jahren war sie mit dem Töffli unterwegs, das Zweiradfahren lag den beiden Ackermanns, der Ehemann hatte eine Lambretta. Theres Ackermann ging in ihrem Leben auch durch schwierige Zeiten, ihren Ehemann verlor sie bereits, als dieser 61-jährig war, durch einen Herzinfarkt, kurz darauf den jüngsten Sohn wegen eines Autounfalls.

Den Lebensmut hat sie trotzdem nicht verloren. Zu den schönen Erinnerungen zählen Wallfahrten und zwei Reisen nach Brasilien, wohin Verwandte ihrer Herkunftsfamilie Amstalden ausgewandert waren. Auch heute ist sie noch interessiert, was um sie herum vorgeht und liest die Obwaldner Zeitung. «Als bescheiden und einfach», beschreiben sie ihre Söhne Tony und Oskar. So habe sie im Vorfeld gemeint, den Hundertsten müsse man sicher nicht feiern. Das sah die Familie anders. Hoch soll sie leben!


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