Organisatoren der Bruder-Klaus-Feiern zufrieden mit Gedenkjahr

BRUDER KLAUS ⋅ Die Organisatoren des Gedenkjahres 600 Jahre Niklaus von Flüe sind zufrieden mit dem Echo, das die Jubiläumsveranstaltungen erzeugt haben. Es sei gelungen, Bruder Klaus und seine Frau Dorothee Wyss authentisch zu würdigen.
15. November 2017, 12:32

Unter dem Motto "Mehr Ranft" feierte der Kanton Obwalden 2017 den 600. Geburtstag des Eremiten. Es gab elf Kernprojekte und 200 Initiativen von Gruppen, Vereinen und Privaten, wie der Trägerverein am Mittwoch mitteilte. Der 2013 gegründete Verein wird im Frühling 2018 aufgelöst. Finanziell wird eine ausgeglichene Rechnung erwartet.

Das Leben und Wirken von Bruder Klaus wurde unter anderem mit einem Staatsakt mit Bundespräsidentin Doris Leuthard gewürdigt. Es gab Anlässe mit der katholischen und reformierten Landeskirche. Ein Gedenkspiel erreichte bei 41 Vorstellungen eine Auslastung von 96 Prozent. Die Post gab eine Sondermarke heraus.

Bescheidene Haltung

Insgesamt seien die Feiern bescheiden in der Haltung gewesen, aber wirkungsvoll in der Umsetzung, teilte der Trägerverein des Jubiläumsjahres mit. Dies sei der einzige Weg gewesen, um Bruder Klaus und seine Frau authentisch zu würdigen.

Der Trägerverein verzichtete nach eigenen Angaben auf überdimensionierte Veranstaltungen. Um den Pilgerort Flüeli-Ranft zu entlasten, wurden die Kernprojekte dezentral durchgeführt. Es wurden auch Möglichkeiten zu Begegnungen und Denkanstössen geschaffen.

Niklaus von Flüe sei eine einzigartige Persönlichkeit und ein wichtiger Teil der Kultur Obwaldens, teilte der Trägerverein mit. Die Entdeckung des Gedenkjahres sei seine Frau Dorothee Wyss gewesen. Ohne deren Einverständnis wäre der Lebensweg von Bruder Klaus nicht möglich gewesen.

Mittler, Mystiker, Heiliger

Niklaus von Flüe lebte von 1417 bis 1487 in Obwalden. Er gehörte dem höchsten Zirkel im Kanton an, entsagte aber 1467 seinem bisherigen Leben und wurde Einsiedler.

Es gilt heute als gesichert, dass die Intervention des Eremiten 1481 bei einem Konflikt an der Tagsatzung zum Stanser Verkommnis führte, das die Eidgenossenschaft vor dem Zerfall bewahrte. Er wurde bereits zu Lebzeiten als Mittler, Mystiker und Heiliger gefeiert.

Die Klause des Bruder Klaus ist noch heute eine wichtige Pilgerstätte. Von Flüe wurde 1649 selig gesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte 1947 durch Papst Pius XII. (sda)

  • Jodlerklub Flüeli-Ranft singt die Bruder-Klaus- Jodlermesse. (© Marion Wannemacher (25. September 2017, Flüeli-Ranft))
  • Jodlerklub Flüeli-Ranft singt die Bruder-Klaus- Jodlermesse – initiiert von Dirigentin Silvia Windlin. (© Marion Wannemacher (25. September 2017, Flüeli-Ranft))
  • Bruder-Klaus-Jodlermesse am Bruder-Klausen-Tag. (© Marion Wannemacher (25. September 2017, Flüeli-Ranft))

Am Bruder-Klausen-Tag hat die Bruder-Klaus-Jodlermesse in Flüeli-Ranft stattgefunden.

  • Die Figur von Bruder Klaus wird in die Kirche getragen, wo Bischof Vitus Huonder und Festprediger Peter Spichtig duch den Gottesdienst führen. (© Dominik Wunderli (23.09.2017))
  • Die Figur von Bruder Klaus wird in die Kirche getragen. (© Dominik Wunderli (23.09.2017))
  • Bruder-Klaus-Feiertag in Sachseln. (© Dominik Wunderli (23.09.2017))

Am Samstag wurde in Sachseln der Bruder-Klaus-Feiertag begangen. Einige Impressionen.

  • Obwalden feierte am Sonntag 600 Jahre Bruder Klaus mit einem Gottesdienst in Sachseln und einer Feier in Flüeli. Einzug von Gemeindepräsident Peter Rohrer mit Gemeindeweibel Hermann Spichtig. (© Markus von Rotz / OZ)
  • Einzug der Obwaldner Regierung angeführt von Landweibelin Hanna Mäder. (© Markus von Rotz / OZ)
  • Einzug der Nidwaldner Delegation mit Othmar Filliger (von links), Karin Kayser und Res Schmid, angeführt vom Landesweibel Edi Amstad. (© Markus von Rotz / OZ)

Am Sonntag nahmen rund 600 Besucher am ökumenischen Gottesdienst in Sachseln anlässlich des Gedenktages von Niklaus von Flüe teil. Bereits am Samstag gab es ein Programm für Familien in Flüeli-Ranft.

  • Festzug auf den Landenberg. (© Pius Amrein)
  • Traditionell wird der Bruder Klaus gefeiert (© Urs Flüeler / Keystone (Sarnen, 30. April 2017))
  • Gegen 700 Personen strömten auf den Dorfplatz in Sarnen. (© Pius Amrein)

Gegen 700 Personen haben am Sonntag in Sarnen des vor 600 Jahren geborenen Mystikers Niklaus von Flüe alias Bruder Klaus gedacht. Festredner Peter von Matt und auch Bundespräsidentin Doris Leuthard fanden ehrenvolle Worte für den Obwaldner Asketen.

  • Die Festbesucher versammeln sich vor der Reformierten Kirche Zug zu einem Suppenessen mit einer Kappeler Milchsuppe. (© KEYSTONE/Urs Flueeler)
  • Der Basler Bischof Felix Gmuer, 3. von links, und der Zuger Politiker Josef Lang, rechts, beim Suppenessen vor der Reformierten Kirche Zug. (© KEYSTONE/Urs Flueeler)
  • Die Festbesucher versammeln sich vor der Reformierten Kirche Zug zu einem Suppenessen. (© KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Reformierte und Katholische Kirche feierten gemeinsam 500 Jahre Reformation und 600 Jahre Niklaus von Fluee unter dem Titel Nationaler Oekumenischer Gedenk- und Feiertag am Samstag 1. April 2017 in Zug.

Video: Bruder Klaus - 600 Jahrfeier

Bruder Klaus, oder Niklaus von Flüe: Vor 600 Jahren wurde der Obwaldner geboren. Er war Soldat, Bauer, Einsiedler, Asket. Er gilt als Schutzpatron der Schweiz und war zu seiner Zeit sehr einflussreich.

(Pascal Bloch/sda, 19.08.2017)

Video: Bischofskonferenz pilgert nach Flüeli Ranft

Nach Ihrer heutigen Versammlung sind die Schweizer Bischöfe nach Flüeli-Ranft gepilgert, dem Wirkungsort von Niklaus von der Flüe, besser bekannt als Bruder Klaus. Dort gedachten sie des Heiligen, der von 600 Jahren geboren wurde, mit einem Gottesdienst.

(Urs Flueeler/sda, 06.09.2017)




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