Region braucht Verstärkung

MELCHSEE-FRUTT ⋅ Mit dem «Fruttli-Weg» hat der Tourismusverein vergangenes Jahr eine Perle geschaffen. Doch es stehen bereits wieder neue Herausforderungen an.
14. April 2018, 09:06

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

An einen sportlichen und gleichzeitig touristischen Ort im Dorf Kerns hat der Vorstand des Tourismusvereins Melchsee-Frutt, Melchtal, Kerns seine derzeit 175 Mitglieder zur 34. Generalversammlung eingeladen. Gastgeber in rustikalen Räumen waren am Donnerstagabend Landwirt Bärti Bucher und sein Golfplatz Hechhuis.

Vereinspräsident Ernst Aufdermauer gab in seinem Vorwort zum Geschäftsbericht 2016/17 auch gleich die Marschrichtung vor: «Die touristische Entwicklung geht weiter und wird darin bestehen, Bewährtes zu erhalten, sinnvoll auszubauen sowie auch neuen Ideen Platz einzuräumen.» Und dazu brauche es «echte Begeisterung, Kompetenz und Freude» der vielen engagierten Mitwirkenden. Präsident Aufdermauer wurde für eine weitere Amtsdauer bestätigt. Einstimmig wurden die weiteren Geschäfte, darunter eine Statuten-Teilrevision, genehmigt.

Neues Organ soll geschaffen werden

Keinen Beschluss hatte die GV zu den Themen Destinationsmanagement und Zukunft des Tourismusvereins zu fassen. Laut Vorstandsmitglied Peter Schaffner soll Melchsee-Frutt in Zukunft touristisch durch ein Organ namens «Destinationsmanagement» unterstützt werden. Eine neue Organisation müsste die Marketing-Aktionen für die Frutt mit den lokalen Partnern und Leistungsträgern definieren und bündeln. Weiter müsste sie Events planen und betreuen, die Gäste umsorgen und pflegen sowie nach aussen als Ansprechpartner für alle touristischen Angebote wirken. Der Weg dazu – inklusive Finanzierung – sei aber äusserst steinig. Ergänzend stellte Daniel Dommann, Vorstandsmitglied und Leiter der Sportbahnen Melchsee-Frutt, fest, dass mit der neuen kantonalen Tourismusgesetzgebung Melchsee-Frutt keinen Tourismusdirektor mehr habe und Obwalden Tourismus AG mit beschränkten Mitteln das ganze Sarneraatal vermarkten müsse.

Auf die Frutt kommt eine sehr grosse Herausforderung zu. Denn heute werde der Grossteil der Werbe- und Marketingaktivitäten Melchsee-Frutt durch zwei private Unternehmen – die Frutt Resort AG sowie die Sportbahnen – geleistet und mit hohen Mitteln finanziert.

Zurück zum Vereinsjahr 2016/17: Mit sichtlicher Freude bezeichnete der Präsident die Eröffnung des «Fruttli-Wegs» rund um den Melchsee als «das Highlight». Das persönliche Engagement von Beat von Deschwanden, als geistiger Vater des neuen Sommerangebotes für Gross und Klein, sei mit einer erfolgreichen ersten Saison honoriert worden.

Fischereisaison mit Rekord

Rekordumsatz bei Eisfischen, bei der Sommerfischerei und Rekordfang bei der Fischereieröffnung, konnte Gusti Berchtold, Mitglied der Fischereikommission, im Jahresbericht vermelden. Während der Sommersaison wurden rund 13000 Fische gefangen. Freude bereitete auch die Wiedereröffnung des Frutt-Lädelis mit Bar. Ein weiteres touristisches Angebot, das Projekt Unterwelt Melchsee-Frutt, ist in einer zweijährigen Pilotphase.

Die Generalversammlung wurde abgerundet durch ein Referat des Engelberger Tourismusdirektors Frédéric Füssenich. Er beleuchtete vorerst die Geschichte des Tourismus im Klosterdorf. Zum grossen Erfolg in den vergangenen Jahrzehnten hätten neben dem Kloster verschiedene Stationen und «Perlen» beigetragen: der Fernmarkt Indien Ende der 90er-Jahre, die wachsende Zahl der Freerider und damit auch schwedische Gäste, Golf, die Sportmittelschule, das Angebot und die hohe Qualität der Bergbahnen, Mountainbike und Nordic-Angebote bis zum Winnetou. Künftige Herausforderungen seien der Zusammenschluss Titlis-Frutt-Hasliberg sowie die wichtige Digitalisierung im Marketing.


Anzeige: