Sachseln steht vor Investitionsschub

OBWALDEN ⋅ Fünf Bäche sollen 2018 in Sachseln saniert werden. Das Budget rechnet mit Nettoinvestitionen von 5,5 Millionen und roten Zahlen. An der Gemeindeversammlung wird auch über eine Umzonung abgestimmt.
04. November 2017, 08:51

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Das Budget der Gemeinde Sachseln für 2018 rechnet mit roten Zahlen. Bei einem Aufwand von rund 21,6 Millionen Franken und einem Ertrag von 20,8 Millionen ist ein Aufwandüberschuss von 804132 Franken budgetiert. Das Budget schliesst damit um 539210 Franken schlechter ab als das von 2017. Die vom Finanzhaushaltsgesetz vorgeschriebene Schuldenbegrenzung könne man trotzdem einhalten, sagt Finanzchef Anton Amrhein. «Es ist jedoch eine hohe Kostendisziplin einzufordern von allen, die das Budget umsetzen.» Der Gemeinderat beantragt, das Budget an der Gemeindeversammlung vom 22. November zu genehmigen.

Der grösste Brocken im Budget ist die Bildung mit einem Aufwand von 9,6 Millionen Franken. Grund für die Zunahme von 10 Prozent gegenüber dem Budget des laufenden Jahres sind nötige Anschaffungen, besonders im EDV-Bereich.

Die Gemeinde steht zudem vor einem Investitionsschub. Sie will 5,5 Millionen Franken netto (abzüglich Subventionen) investieren, davon allein 2,9 Millio­-nen netto in Umweltschutz und Raumordnung. Neben einer halben Million für den Hochwasserschutz Sarneraatal und 1,2 Millionen für Kanalisationssanierungen müssen in Sachseln gleich fünf Bäche saniert werden. Zusätzlich zum bekannten Projekt am Sigetsbach stehen Arbeiten auch am Maienbach, Edisriederbach, Steingräbli-Schwerzbach und Allmendgräbli an.

Zonenplanänderung für neuen Wohnraum

Ob wirklich alle Projekte 2018 umgesetzt werden können, ist ­jedoch noch nicht klar. Gegen das Hochwasserschutzprojekt Sigetsbach sind fünf Einsprachen hängig (wir berichteten). Und über den Baukredit von 2,2 Millionen für das Wasserbauprojekt Edisriederbach stimmt Sachseln erst noch am 26. November ab. «Die Aufgaben gehen uns nicht aus», sagt Anton Amrhein. «Wir sind guten Mutes, vieles tatsächlich umsetzen zu können.»

Auch zur Sanierung und zum Ausbau der Allmendstrasse für 700000 Franken liefen noch Gespräche mit einzelnen Landeigentümern, sagt Amrhein. «Wir hoffen, bald mit dem Bau beginnen zu können.» Ebenfalls steht der Neubau des Schulhauses Türli für 1,5 Millionen für nächstes Jahr an, den das Volk am 24. September gutgeheissen hat.

Die Gemeindeversammlung stimmt neben dem Budget auch über eine Zonenplanänderung auf dem Firmenareal der Reinhard AG im Gebiet Chuematt/Wissibach ab. Die Holzbaufirma hat das Gesuch gestellt, einen Teil ihres Areals von der Industrie- und Gewerbezone in die Wohn- und Gewerbezone um­teilen zu lassen. Damit könnte für Sachseln auf drei bis vier ­Geschossen neuer Wohn- und Gewerberaum entstehen.

Diese Zonenplanänderung ist bereits öffentlich aufgelegen. «Eine Einsprache wurde zurückgezogen», sagt Gemeindepräsident Peter Rohrer. Das Areal wird gleichzeitig mit einer Quartierplanpflicht und teilweise mit einer Ortsbildschutzzone über­lagert. «Das ist eine Chance, zukünftige Projekte mit dem Ortsbild abzustimmen», so Rohrer. «Es handelt sich zudem um eine Verdichtung, nicht um eine Überbauung von noch unverbautem Land.»

Schliesslich stehen vier Einbürgerungen auf der Traktandenliste, und der Gemeinderat will an der Versammlung rund ein halbes Dutzend Sachsler für ihre Erfolge ehren.

Hinweis

Die Gemeindeversammlung findet am Mittwoch, 22. November, um 20 Uhr im Gemeindesaal Mattli statt.


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