Schanze fasziniert selbst Koreaner

ENGELBERG ⋅ Die neue Skisprungschanze gilt als eine der modernsten der Welt. Nun dient sie gar als Anschauungsobjekt für eine Delegation des südkoreanischen Olympischen Komitees. Dort finden 2018 die Winterspiele statt.
06. Dezember 2017, 05:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Ab dem 15. Dezember heben sie wieder ab, die weltbesten Skispringer. Wenn etwa der vier­fache Olympiasieger Simon Ammann und weitere Skispringer am FIS-Skisprung-Weltcup um Punkte und Meter kämpfen, werden sie dieses Jahr nicht nur von Fans vor Ort und vor dem Fernseher beobachtet. Fünf Mitarbeiter des südkoreanischen Olympischen Komitees reisen nach Engelberg – mit klarem Auftrag. Sie wollen von den Engelberger Organisatoren lernen.

Denn im südkoreanischen Pyeongchang finden im Februar 2018 die Olympischen Winterspiele statt. So werden die Funktionäre die verschiedenen Abläufe vor, während und nach den Wettkämpfen in den Bereichen Anlauf, Weitenmessung, Landung und Wettkampfbüro genau beobachten. Die Voraussetzungen dafür sind ideal. «Wir haben genug Schnee», meldet Schanzenchef Bini Amstutz.

Bestätigung für die Arbeit im OK

Martha Bächler, Co-Präsidentin des Engelberger Organisationskomitees, spricht von einer grossen Ehre und einer Bestätigung für die hervorragende Arbeit im OK. «Wir freuen uns auf den Besuch und sind überzeugt, dass unsere Gäste viele positive Eindrücke von Engelberg nach Hause mitnehmen.»

«Wir werden immer wieder von Veranstaltern anderer Austragungsorte nach geeignetem Anschauungsunterricht angefragt. Bei der Anfrage fürs Skispringen kam mir unter anderen auch Engelberg in den Sinn. Mit ihrer hervorragenden Anlaufspur und der exzellenten Präparation zählt die neu umgebaute Schanzenanlage sportlich zu den modernsten weltweit. Zusätzlich erhielt die Anlage ein fernsehtaugliches Flutlicht», erklärt Walter Hofer, der beim Internationalen Skiverband (FIS) fürs Skispringen zuständig ist und den Besuch eingefädelt hat. Er kann sich vorstellen, dass beide Seiten von der Begegnung profitieren.

Die zweiten Olympischen Spiele in Südkorea

Ein Weltcup-Anlass als Vorbild für Olympische Winterspiele? Für Walter Hofer ist dies kein Widerspruch. «Die Skisprunganlage in Pyeongchang ist nicht grösser als jene von Engelberg.»

Die Olympischen Winterspiele vom 9. bis 25. Februar des nächsten Jahres sind nach den Sommerspielen im Jahre 1988 in Seoul die zweiten Olympischen Spiele in Südkorea. Damit finden, die beiden japanischen Winterspiele 1972 in Sapporo und 1998 in Nagano eingerechnet, insgesamt zum dritten Mal Olympische Winterspiele in Ostasien statt. Für Pyeongchang war es nach den knapp gescheiterten Bewerbungen in den Jahren 2010 und 2014 der dritte Anlauf einer Bewerbung. Für die Ausrichtung hatten sich auch das französische Annecy und München beworben.


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