Sie will der Bevölkerung die Jagd erklären

LUNGERN ⋅ Gina Imfeld (22) will «Schweizer Jägerin 2018–2020» werden. Die jüngste der Kandidatinnen ging schon als 10-Jährige mit auf die Pirsch. Sie glaubt, dass sich künftig vermehrt Frauen für das Jagen interessieren.
27. Dezember 2017, 05:00

Matthias Stadler

matthias.stadler@obwaldnerzeitung.ch

Es soll sich um keinen Schönheitswettbewerb drehen, stellt die Redaktion der Zeitschrift «Schweizer Jäger» klar. Dies ist durchaus verständlich, könnte man beim Titel «Schweizer Jägerin 2018–2020» doch durchaus an einen solchen Schönheitspreis denken. Am Wettbewerb, der aktive Schweizer Jägerinnen sucht, welche die Jagd und deren Auf­gaben auch der nicht jagenden Bevölkerung auf sympathische Art näherbringen sollen, nimmt auch Gina Imfeld teil. Die 22-jährige Lungererin ist die jüngste und einzige Zentralschweizerin unter den zehn Kandidatinnen. Die Wahl begann am 6. Dezember und dauert noch bis am 6. Januar. Auf der Website des «Schweizer Jägers» kann derzeit für die Kandidatinnen gestimmt werden. Mittels Jury-Bestimmung und den gesammelten Stimmen werden die vier besten gekürt, die Jury wählt danach die Gewinnerin. Momentane «Schweizer Jägerin» ist die Bündnerin Silvana Stecher. Ihre Vorgängerin und gleichzeitig die erste Gewinnerin des Wettbewerbs war die Walliserin Kerstin Kummer.

Am liebsten rund um Lungern unterwegs

Gina Imfeld jagt, seit sie es darf, erklärt sie gegenüber unserer Zeitung. Sie begleitete schon als 10-Jährige ihren Vater auf die Pirsch – und tut dies auch heute noch. Einzig mit dem Unterschied, dass sie heute auch schiessen darf. «Ich hatte schon als Kind immer Freude an Tieren. Zudem faszinieren mich die Natur, deren Ruhe und Stille.» Als Jäger komme man an Orte, an die nicht jeder hinkomme. Heute geht sie mit ihrer Jagdgruppe, in welcher auch ihr Vater ist, zumeist rund um Lungern jagen. «Diese Gegend kenne ich einfach am besten», sagt die angehende Kindergärtnerin.

Sie erklärt ihre Motivation für die Teilnahme am Wettbewerb damit, dass es viele Personen gebe, die gerne mehr über das Jagen wissen würden, aber nicht an die Informationen kämen. «Auch viele Leute in meinem Umfeld stellen sich das Jagen anders vor, als es ist. Deswegen möchte ich es ihnen erklären und ihnen aufzeigen, was die Gründe für die Jagd sind und was dahintersteckt.»

Die junge Jägerin äussert auch philosophische Gedanken: «Glück und Freude sind nur schön, wenn man es teilen kann.» Deswegen habe die Kameradschaft in ihrer Jagdgruppe einen grossen Stellenwert. Zudem glaubt Gina Imfeld, dass es immer mehr Frauen gebe, die auf die Jagd gehen. «Es interessiert uns Frauen auch», sagt sie. So kenne sie viele Frauen, die momentan das Ausbildungsjahr – das sogenannte Hegejahr – absolvieren. Deswegen werde es hoffentlich auch in Zukunft genügend Kandidatinnen geben, die «Schweizer Jägerin» werden wollen.

Hinweis

Bis am 6. Januar 2018 kann unter www.schweizerjaeger.ch abgestimmt werden.


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