Sogar Neuseeländer stehen am Start

MOUNTAINMAN ⋅ Ein Blick auf die Teilnehmerliste des Ultrarennens auf Melchsee-Frutt verrät, wie international das Starterfeld ist. John Aspden ist einer von ihnen. Der Neuseeländer hat grossen Respekt vor der Herausforderung in den Bergen.
09. August 2017, 05:00

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch

44 Kilometer. So viel beträgt die Marathondistanz am Mountainman auf der Melchsee-Frutt. John Aspden muss aber zuerst über 18 000 Kilometer reisen, um überhaupt an den Start gehen zu können. Der 33-jährige Ölhändler stammt aus Auckland in Neuseeland. Für seine Teilnahme am Bergmarathon vom 19. August muss er indes nicht aufs Mal den Weg über die halbe Erdkugel antreten. «Meine Frau und ich wohnen zurzeit in Hertfordshire, etwas ausserhalb von London», erzählt John Aspden im Interview mit unserer Zeitung, das schriftlich und auf Englisch geführt wird. Der Neuseeländer absolvierte 2010 seinen ersten Strassenmarathon und hat sich vor rund einem Jahr mehr und mehr auf Ultrastrecken im Gelände spezialisiert. Doch auch wenn er vier bis fünf Mal die Woche trainiert, ist eine spezifische Vorbereitung auf den Mountainman schwierig. «Wo ich wohne, hat es nicht wirklich Berge. Immerhin sind ein paar Hügel in der Nähe. Und auf diese renne ich, immer und immer wieder.» Auf alle ­Fälle werde aber die Höhe – Melchsee-Frutt liegt auf rund 2000 m ü. M. – eine «echte Herausforderung» für ihn, prophezeit er selber.

Die Streckenbesichtigung fällt ins Wasser

John Aspden setzt sich denn auch nicht zu ambitionierte Ziele für seine Premiere am Mountainman. «Ich bin schon glücklich, wenn ich das Rennen beende. Die Strecke sieht ziemlich anspruchsvoll aus, und ich will mir keinen Druck auferlegen, eine bestimmte Zeit zu erreichen.» Sein Eindruck vom Streckenprofil basiert lediglich von den Online-Karten im Internet, er und seine Frau werden erst am Vortag auf die Frutt reisen. Zeit für eine Streckenbesichtigung bleibt keine. «Ich werde ganz einfach dem Weg und den anderen Läufern folgen», schreibt er wohl mit einem Augenzwinkern.

In der Bergwelt auf Melchsee-Frutt kennt er sich zwar noch nicht aus, in der Schweiz ist John Aspden aber schon ein paar Mal gewesen – sowohl beruflich als auch für aktive Ferien. «Es ist ein wundervoller Ort, und ich liebe die Berge», schwärmt er. Nach dem Mountainman wird er auch Gelegenheit erhalten, mehr von der Umgebung zu erfahren. «Wir werden ein paar Tage auf der Frutt bleiben.» Wahrscheinlich dürfte der 33-jährige Neuseeländer nach den Strapazen auch nichts gegen eine Massage haben im Hotel Frutt Lodge Family, in dem sie untergebracht sind. Anschliessend geht der Trip des Ehepaars noch weiter nach Lugano, Como, St. Moritz und in den Schweizer Nationalpark. Ob er dort bereits wieder Lust bekommt auf die Berge und sich für den nächsten Mountainman anmelden wird?

Drei verschiedene Distanzen stehen zur Wahl

Der Mountainman, der 2010 seine Premiere feierte, geht heuer in die 8. Ausgabe. Start und Ziel des von der Bergarena organisierten Laufs sind wie zuletzt auf der Frutt. Es wird in den Distanzen über 21,44 und 64 Kilometer (sowohl Einzel als auch Stafette) gestartet. Bisher haben sich über 180 Läuferinnen und Läufer in der Startliste eingetragen. Anmeldeschluss ist am Vortag des Rennens, am Freitag, 18. August, um 19 Uhr.

Hinweis

Infos: www.themountainman.ch


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