Florian Spichtig will auch in den Regierungsrat

OBWALDEN ⋅ Der Sachsler Gemeindevizepräsident Florian Spichtig steigt in den Wahlkampf für die Regierung ein. Seine Parteilosigkeit sieht er als Vorteil.
09. Januar 2018, 17:47

Florian Spichtig kandidiert für den Regierungsrat. Dies teilte der parteilose Gemeindevizepräsident von Sachseln am Dienstag mit. «Das Amt hat mich schon länger gereizt», sagt er auf Anfrage. «Nach der Ankündigung, dass Franz Enderli und Niklaus Bleiker nicht mehr antreten werden, und nach verschiedenen sehr guten Gesprächen fiel dann der endgültige Entscheid in der ruhigen Phase zwischen Weihnachten und Neujahr.»

Besonders der freiwerdende Sitz von Niklaus Bleiker (CVP), als Volkswirtschaftsdirektor auch für den Tourismus zuständig, habe ihn als Verwaltungsratspräsident von Obwalden Tourismus zum Entscheid bewogen. «Würde ich gewählt, fühlte ich mich aber in jedem Departement wohl», sagt Spichtig.

Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 4. März tritt der 42-Jährige gegen die drei bisherigen Regierungsräte Maya Büchi-Kaiser (FDP), Christoph Amstad (CVP) und Josef Hess (parteilos) sowie die Neuen Christian Schäli (CSP), Daniel Wyler (SVP) und Jürg Berlinger (CVP, ohne Parteiunterstützung) an. Die CVP nominiert ihren zusätzlichen Kandidaten heute Mittwoch. Spichtig sieht seine Parteilosigkeit als Vorteil: «In sechs Jahren Exekutive in Sachseln habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich von keiner der Parteien als Konkurrent oder Gegner angesehen werde und daher vermittelnd auftreten kann.» Der Unternehmer und Geograf spricht denn auch von Unterstützung für seine Kandidatur «von links bis rechts. So werden etwa der Gemeindepräsident von Giswil aus der SP, der Gemeinde­vizepräsident von Kerns aus der SVP und der parteilose Gemeindepräsident von Alpnach meinen Wahlvorschlag unterzeichnen.»

Auf ein Komitee verzichtet er

Hingegen verzichtet Spichtig bewusst auf ein breit abgestütztes Komitee. «Die Obwaldner Stimmberechtigten brauchen keine Bevormundung durch ein Komitee», erklärt er. «Ich will auch nicht andere Leute für mich verpflichten und gleichzeitig nicht zukünftig einem Komitee selber verpflichtet sein.» Politisch sieht sich der Familienvater in der Mitte. «Liberale, ökologische und sozialverträgliche Ansätze müssen im Gleichgewicht sein», erläutert er.

Würde er gewählt, wäre Florian Spichtig neben Baudirektor Josef Hess der zweite Parteilose im Regierungsrat. «Das ist sicher eine schwierige Ausgangsposition», räumt er ein. Trotzdem seien seine Wahlchancen intakt, meint der Sachsler. Er positioniere sich als Sachpolitiker. «Zudem können Parteiwählerinnen und -wähler neben ihren Parteikandidaten auch noch mich unterstützen.»

 

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch


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