Tagessieg in Engelberg geht ins Welschland

BERGLAUF ⋅ Mit Gilles Bailly (40) aus dem Berner Jura gewinnt ein bisher Unbekannter in der Berglaufszene den 26. Rugghubel-Berglauf in Engelberg. Der Sieger und Rekordläufer des Vorjahres fehlte diesmal.
08. August 2017, 04:38

Er kam, sah und siegte. Wie schon vor einem Jahr lief auch am Sonntag wieder ein weitgehend Unbekannter als Erster bei der Rugghubel-Hütte auf 2296 Meter ü. M. ins Ziel. 2016 gewann der 32-jährige Anders Holmberg aus Sissach BL, am Sonntag war es Gilles Bailly aus dem 450-Seelen-Dörfchen Perrefitte im Berner Jura. Wobei zu sagen ist, dass dieses Jahr Holmberg nicht am Start war, jener Überraschungssieger, der letztes Jahr mit 59:11 Minuten gar einen Streckenrekord aufstellte. So schnell war Bailly allerdings nicht, auch aufgrund der nassen Wetterbedingungen. Die rund neun Kilometer lange Strecke mit 1286 Höhenmetern von Engelberg bis in die SAC-Rugghubelhütte schaffte Bailly in 1:01:45 Stunden mit einem Vorsprung von fast zwei Minuten auf den Zweitplazierten, den jungen Janik Riebli (19) aus Giswil, der die Strecke exzellent in 1:03:24 bewältigte. Dritter wurde der Berglauf-Routinier Thomas Schilter (27) aus Rothenthurm in einer Zeit von 1:03:42.

Tagessieger Gilles Bailly gab aber nicht von Anfang an das Tempo vor. Auf den ersten paar Kilometern bis zur Flühmatt führte eine Dreiergruppe mit Thomas Schilter (27) aus Rothenthurm, Phi­lipp Arnold (30) aus Cham und Ivan Zumbühl (28) aus Wolfenschiessen das Feld an. Danach überholte Gilles Bailly seine Gegner und zeigte allen den Meister bis ins Ziel. «Ich freue mich riesig über meinen Sieg», sagte Bailly im Ziel. Dies auch deshalb, weil er erst vor fünf Tagen am Nationalfeiertag den Stierenberglauf im Kanton Freiburg gelaufen sei und dort Dritter geworden sei, so Bailly.

Starke 58-Jährige bei den Frauen

Eine Überraschung gab es auch bei den Frauen. Sieger wurde die erst 20-jährige Deborah Stadler aus Seedorf. Mit einer Zeit von 1:21:08 gewann sie über dreieinhalb Minuten auf die Zweitklassierte Esther Dissler (33) aus Luzern (1:24:41). Dritte und Siegerin ihrer Alterskategorie (Frauen Ü50) wurde Marlis Giger (58) aus Ebikon. Sie erreichte das Ziel in 1:25:29 und war die zweitälteste der insgesamt 23 startenden Frauen überhaupt. Klassiert sind total 137 Läufer und Läuferinnen, davon 130 auf der Hauptstrecke (9 km) und 7 auf der Kurzstrecke (5,5 km ab Ristis).

Pech hatte der einheimische Spitzenläufer Egon Auchli (43). Nach wenigen Kilometern spürte er Schmerzen in der linken Achillessehne und musste das Rennen nach knapp vier Kilometern aufgeben. Am meisten Erfahrung am Rugghubel-Berglauf hat Kurt Moser (53) aus Dintikon AG. Er ist der Einzige, der an allen bisherigen 26 Austragungen dabei war, diesmal mit der beachtlichen Zeit von 1:18:17.

Zufrieden mit dem Rennen zeigte sich auch OK-Präsident Thomas Infanger, auch wenn das Wetter infolge leichten Regens und Nebels nicht optimal war. Aus diesem Grunde konnte das Gepäck auch nicht mit dem Heli ins Ziel geflogen werden. Mit einem Fahrzeug konnte es nur bis zum Älplerbeizli Rigidal gefahren werden, sodass die Läufer am Ziel eine wärmende Wolldecke für den Fussmarsch zurück nach Rigidal erhielten.

 

Kurt Liembd

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Hinweis: Rangliste: www.berglaufengelberg.ch


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