Niklaus Ettlin übergibt Korporationspräsidium an seinen Cousin

KERNS ⋅ Auf Ettlin folgt Ettlin: Am Freitag übernimmt CVP-Kantonsrat Markus Ettlin die Leitung der Korporation, zu der auch die Fruttbahnen gehören.
30. November 2017, 08:07

Wegen der Amtszeitbeschränkung von 16 Jahren muss Niklaus Ettlin sein Amt als Korporationspräsident abgeben. Die Übergabe an seinen Nachfolger und Cousin Markus Ettlin, der am Dienstag an der Gemeindeversammlung gewählt wurde (Ausgabe von gestern), erfolgt morgen. Das Amtsjahr beginnt jeweils am 1. Dezember. Ettlin, 55, Anlageberater bei der Obwaldner Kantonalbank, ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter. Er kenne das Unternehmen Korporation mit 15 Millionen Franken Jahresumsatz, zu dem die Sportbahnen Melchsee-Frutt gehören, bestens. Vor der Wahl in den Korporationsrat gehörte er elf Jahre der Rechnungsprüfungskommission an.

An der Versammlung vom Dienstag verabschiedete Korporationsrat Daniel Waldvogel seinen Ratskollegen, der 2001 als Mitglied gewählt worden ist und diesen seit 2006 geleitet hat. Ettlin habe «Unmengen von Sitzungen» mit Tausenden von Stunden für die Korporation aufgewendet, 1200 Beschlüsse unterschrieben und hochgerechnet an allen Rats- und Kommissionssitzungen «alles in allem etwa 150 Liter Mineral getrunken».

24 Jahre miteinander gearbeitet

Ettlin dankte «allen, die mich kritisch oder weniger kritisch begleitet haben». Er hoffe, dass sein Nachfolger «gleich viel Wohlwollen und Akzeptanz» erfahren dürfe wie er. «Und ich hoffe, ich sei der gleich loyale Vorgänger, wie mein Vorgänger es war.» In Anspielung auf den Dank von Gemeindepräsident André Windlin für die gute Zusammenarbeit meinte er: «Das Erfolgsrezept ist, mit dem Gemeindepräsidenten gut zu stehen.» Mit Windlin und Vorgänger Noldi Wagner habe er zwei Freunde zur Seite gehabt.

Windlin hatte zuvor am Schluss der Versammlung der Einwohnergemeinde gesagt, Ettlin und er hätten inzwischen 24 Jahre miteinander zusammengearbeitet. «Kaum einer hat auch meinen Werdegang so beeinflusst», meinte Windlin und witzelte: Ettlin habe ihm auch mal gesagt, er sei dann dereinst noch für etwas Höheres bestimmt. «Ich ging dann so weit, bis das Volk sagte, nun ist es aber genug», sagte Windlin selbstironisch in Anspielung auf seine Ständeratskandidatur.

Niklaus Ettlin wird mit der Korporation verbunden bleiben: Die Versammlung wählte ihn in eine neue zwölfköpfige Kommission zur Ausarbeitung einer neuen Alpenverordnung. Das einzige Sachgeschäft – Kiesabbau im Oberwald – gab nichts zu reden.

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch


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