Verein Marsch fürs Läbe hofft auf zweite Chance

OBWALDEN ⋅ Die Gruppierung von Abtreibungsgegnern beugt sich dem Entscheid der Regierung und verzichtet auf den Gang vors Verwaltungsgericht. Dennoch will sie für Frühling 2018 ein erneutes Gesuch einreichen.
16. September 2017, 04:40

Der Verein Marsch fürs Läbe geht nicht juristisch gegen das Verbot für den Gebetsmarsch von St. Niklausen in die Ranftschlucht vor. Mediensprecherin Beatrice Gall sagte gestern auf Anfrage, dass man die Beschwerde nicht ans Verwaltungsgericht weiterziehe. Indessen werde geprüft, gegen Verantwortliche diverser öffentlicher Gewaltaufrufe gegenüber den Organisatoren und vermeintlichen Teilnehmern juristische Schritte einzuleiten.

Die Gemeinden Kerns und Sachseln hatten die Bewilligung für den Marsch am morgigen Bettag verweigert. Und mit der Beschwerde vor dem Regierungrat blitzte der Verein – eine Gruppierung von christlich-konservativen Abtreibungsgegnern – ebenfalls ab (wir berichteten).

Trotz der Absage will der Verein den Standort Obwalden nicht so schnell aufgeben. Er nimmt für den Frühling 2018 einen zweiten Anlauf. Selbst wenn das Gedenkjahr von Bruder Klaus dann vorbei sei, bleibe das Flüeli ein kraftvoller Ort fürs Gebet, begründet Gall die Motivation dafür. Der Verein glaubt laut einer Medienmitteilung, dass der negative Entscheid in erster Linie mit dem hohen Feiertag von morgen und der Unvereinbarkeit mit dem kantonalen Ruhetagsgesetz zusammenhängt. «Der Regierungsrat und auch der Gemeinderat Sachseln signalisierten über verschiedene Kanäle, dass der Anlass an einem anderen Tag wohl bewilligt worden wäre», heisst es in der Mitteilung. Schliesslich könne die Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht per se umgangen werden, fügt Beatrice Gall an. Daher stuft der Verein die Chance, an einem «normalen» Wochenende eine Bewilligung für den Marsch zu erhalten, als intakt ein – selbst wenn auch in diesem Fall mit Störaktionen aus linksautonomen Kreisen zu rechnen ist. Beatrice Gall betont indes, dass die Hauptkundgebung für 2018 am 15. September in Bern über die Bühne gehen soll.

Über zehn alternative Gebetsveranstaltungen

Nach der Absage für Obwalden hat man zu alternativen Gebetsveranstaltungen am Bettag aufgerufen und die entsprechenden Standorte auf der Website laufend aktualisiert. Mehrheitlich finden Höhengebete, Gebetsspaziergänge statt, oder es wird, wie in Steinen SZ, an einem Gottesdienst in der Pfarrkirche für das Recht auf Leben gebetet. Von den Dimensionen her sind diese individuell organisierten Anlässe aber nicht mit dem ursprünglich geplanten Marsch zu vergleichen.

 

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch


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