Engelberg: Wie steht es um den Tourismus?

TOURISMUSFORUM ⋅ Chancen und Gefahren sind am 1. Engelberger Tourismusforum aufgezeigt worden. So sorgen sich die Verantwortlichen etwa übers «unattraktive Dorfbild».
28. November 2017, 10:58

Matthias Stadler

matthias.stadler@obwaldnerzeitung.ch

Das «Tourismus-Gen» lebt in Engelberg laut einem soeben veröffentlichten Bericht «auch heute noch in unserem Tal weiter». So verstünden es Tourismusanbieter, das Klosterdorf mit Innovationen und engagiertem Werken erfolgreich im Markt zu halten. Engelberg sei ein prosperierender Tourismusort. Dies steht im Bericht zum ersten Engelberger Tourismusforum, welches am vergangenen Freitag im Hotel Terrace durchgeführt wurde. Alles, was im Engelberger Tourismus Rang und Namen hat, sitzt in der Projektgruppe – von der Gemeinde über den Hotelierverein bis zur Engelberg-Titlis Tourismus AG.

Doch wer jetzt denkt, dass in der Tourismusszene alles Gold ist, was glänzt, täuscht sich. Zwar wird in der Analyse zum Ferienort auch viel Positives zur Situation genannt. So seien etwa die Schneesportgebiete Titlis und Brunni gut entwickelt und böten vollständige Dienstleistungen. Weiter habe man eine gute Gästemischung mit hoher Internationalität und auch vielen Schweizern. Zudem profitiere man von einer grossartigen alpinen Kulisse mit Schneesicherheit auf dem Gletscher. Aber die Autoren zeigen auch Probleme auf. Eine Schwäche sei etwa das «schattige Skigebiet Titlis». Die Skigebiete seien für Durchschnittsschneesportler «ungeeignet». Mehrere Male genannt wird weiter das Ortsbild und das Dorfzentrum, welche von der Architektur her unattraktiv seien. Die Dorfstrasse drohe zudem auszusterben. Auch das Langlauf- und Bike­angebot sei mangelhaft.

Ziel: Führende Mountainbike-Destination

Die Verantwortlichen wollen diverse Hebel ansetzen. So soll Engelberg zu einer führenden Mountainbike-Destination werden. Der Sportingpark, welcher überaltert sei, soll saniert und ausgebaut werden. So sei das Gelände für eine Mehrfachnutzung von Räumen für Grossveranstaltungen geeignet. Das Bahnhofsareal, der Kurpark und die Dorfstrasse bis zum Kloster sollen in eine «einladende und lebendige Erlebnismeile mit attraktiven Angeboten» verwandelt werden. Dazu brauche es Anpassungen der rechtlichen Rahmen- und Nutzungsbedingungen. Auch die Vermarktungsorganisation soll den Marktbedingungen angepasst werden. Heute gebe es hier immer wieder Informationsverluste und Divergenzen.

Künftig soll das Tourismusforum Engelberg als jährlicher Anlass durchgeführt werden. Dabei trifft sich die «Tourismusinteressenz», das Gewerbe und die Gemeinde, um ihre Projekte vorzustellen und aktuelle orts- und marktspezifische Fragen mit der Bevölkerung zu diskutieren. Vorgesehen sei ausserdem die Verleihung von Preisen für besondere Leistungen und Projekte. Ziel der Arbeit war, Kohärenz unter den Interessengruppen bezüglich der Frage «Wo soll die touristische Reise von Engelberg hingehen?» zu erreichen. Abgeschlossen sei mit diesem Papier nichts. Es sei ein Prozess angestossen worden, der dazu aufrufe und einlade, sich gemeinsam und engagiert für die Umsetzung der Projekte einzusetzen.


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