«Wollen die Besten der Welt sein»

ALPNACH ⋅ Spitzenleistungen im Beruf und im Sport «trafen» sich am Herbstanlass des Obwaldner Gewerbeverbandes. Fazit: Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg ist das Arbeiten.
13. September 2017, 07:17

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Rund 150 Mitglieder und Gäste konnte Verbandspräsident John de Haan am Montagabend im Pfarreizentrum Alpnach begrüssen. Wichtigste Gäste waren 28 junge Leute, die ihre Lehre in einem Obwaldner Lehrbetrieb absolviert hatten und die Abschlussprüfungen mit Note 5,4 und mehr abgeschlossen haben. Der Gewerbeverband Obwalden ehrt sie jeweils an seinem Herbstanlass, zu welchem neben Behördenmitgliedern auch Vertreter der Lehrbetriebe eingeladen werden. Belohnt werden die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen mit einem Zertifikat und Gastro-Gutscheinen sowie einem Geschenk von Sponsor Raiffeisen. «Dä oder die hed halt Talänt», heisst es oft, wenn von Spitzenleistungen junger Leute die Rede ist. Eine etwas andere Sichtweise präsentierte Gastreferent Eskil Läubli, Geschäftsführer der Schweizerischen Sportmittelschule Engelberg. Auf seiner Liste bis zur absoluten Spitze, das könnte Silber oder Gold an Olympischen Spielen sein, ist das Wort Talent als notwendige Wegstation und Voraussetzung zum Erfolg nicht einmal aufgeführt. «Talent ist nämlich noch gar nichts», so der Referent.

Läublis Liste zum Erfolg beginnt mit Begriffen wie Traum, Selbstständigkeit, positive Einstellung, Leidenschaft, Motivation, sie führt weiter über Teamfähigkeit, Selbstdisziplin, Druck, Fleiss, Mut, Winner-Mentalität, Ehrgeiz, Aufstehen, Wille, Beissen» bis zum obersten Wort für den totalen Erfolg: das Arbeiten.

Zehn Jahre lang hart arbeiten

«Wir wollen die Besten der Welt sein», zeigte Eskil Läubli das Ziel klar auf. Das heisst: Nach rund zehnjähriger harter Arbeit an der Sportmittelschule zum vollen Leistungspotenzial gelangen und auf diesem Niveau auch bleiben. Das bedeutet auf vieles zu verzichten, denn die Schülerinnen und Schüler müssen jährlich während rund 1000 Stunden trainieren. Gleichzeitig absolvieren sie die schulische und berufliche Ausbildung, welche die Sportmittelschule Engelberg als Auffangpotenzial anbietet, denn nicht alle schaffen den Weg zur absoluten Spitze. Hart ist nicht nur der Weg, sondern bereits der Einstieg: So schafften dieses Jahr von 63 Angemeldeten nur 30 die Aufnahme. Angeboten werden das Gymnasium oder die kaufmännische Grundausbildung.

Bildungsdirektor Franz Enderli hatte zu Beginn der Veranstaltung der Berufsausbildung in Obwalden «ein sehr gutes Zeugnis» ausgestellt. «Wir brauchen keinen Vergleich zu scheuen», meinte er. Der Kanton weise 500 Lehrbetriebe auf, in denen in 130 verschiedenen Berufen ausgebildet werde. Derzeit bestünden 1100 Lehrverhältnisse. Besonders stolz ist Enderli, dass 99 Prozent der Schulabgänger nach dem 9. Schuljahr eine Anschlusslösung haben. Erfreulich sei auch, dass 2011 bis 2016 rund 20 Prozent eine höhere Berufsausbildung (zum Beispiel Meisterprüfung) anstrebten. Besonders erfolgreich sei Obwalden auch bei den Berufsweltmeisterschaften: Seit 1999 seien drei Mal Gold, fünf Mal Silber sowie drei Diplome und 1 Zertifikat errungen worden.


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