Wurzelstöcke sollen Energie liefern

OBWALDEN ⋅ Bisher dienten sie als Lebensräume oder verrotteten. Als sinnvolle Wiederverwertung sollen Wurzelstöcke künftig im Holzheizwerk Sarnen verbrannt werden.
30. November 2017, 05:00

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Wie kann eine sinnvolle Verwertung von Wurzelstöcken unterstützt werden? Mit dieser Frage musste sich die Regierung aufgrund eines Postulates von Kantonsrat Ambros Albert (SP, Giswil) befassen. Die Verwertung sei aufwendig und teuer, was dazu führe, dass Wurzelstöcke oft unzu­lässig abgelagert würden, schrieb Albert und wies darauf hin, dass sie als wertvolle Strukturelemente für Lebensraumaufwertungen eingesetzt werden könnten.

Die Regierung beantragt dem Kantonsrat nun, das Postulat abzulehnen. Es bestehe keine Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung der Verwertung von Wurzelstöcken. Dies sei aufgrund des Verursacherprinzips und der fehlenden Rechtsgrundlage nicht möglich.

Wurzelstöcke fallen an bei Rodungen, der Räumung von Geschiebesammlern und durch Sturmschäden. Weil Rodungen immer geplante Massnahmen sind, gehört zur Planung und Finanzierung auch die Entsorgung der anfallenden Wurzelstöcke. Fallen solche durch Sturmschäden im Wald an, werden sie liegen gelassen und zersetzen sich im Verlauf der Jahre in ihre or­ganischen Bestandteile. Einzig Wurzelstöcke, die durch Sturmschäden im Kulturland entstehen, müssten weggeräumt werden, schreibt die Regierung. Hier sei die Frage der Verwertung und Entsorgung in der Regel nicht geklärt. «Da solche Schäden selten und lokal eintreten, ist die im Kulturland aufgrund von Sturmereignissen anfallende Anzahl Wurzelstöcke eher gering.»

Aufbereitung in Giswil, Verbrennung in Sarnen

Die Regierung weist darauf hin, dass Wurzelstöcke grundsätzlich auch energetisch verwendet werden können. Heute gebe es in Obwalden zwar noch kein Holzheizwerk, welches grössere Mengen Holz aus Wurzelstöcken ener­getisch verwenden könne. «Die Möglichkeit soll aber im zurzeit in der Planungsphase befindlichen Holzheizwerk Sarnen geschaffen werden.» Es seien in diesem Zusammenhang auch Abklärungen mit der Korporation Giswil für die Zwischenlagerung und Aufbereitung im Grundwald im Gang. «Die Annahme von Wurzelstöcken für die energetische Verwertung wird aufgrund des bedeutenden Aufwandes für die Aufbereitung kostenpflichtig sein», kündet die Regierung an.

Geringe Nachfrage nach Wurzelstöcken

Die Regierung pflichtet Ambros Albert zwar bei, dass Wurzelstöcke wertvolle Strukturelemente für Lebensräume bieten würden und deshalb auch schon gezielt dafür eingesetzt würden, beispielsweise bei Hochwasserschutzprojekten oder bei Biotop- und Waldrandaufwertungen und landwirtschaftlichen Projekten. Die Nachfrage sei aber gering und decke sich zeitlich nicht mit den Naturereignissen, bei denen Stöcke in grösserer Menge anfallen. Mit der künftigen energetischen Verwertung bieten sich für die Regierung aber genügend Möglichkeiten zur sinnvollen Verwertung von Wurzelstöcken.


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