Junge Ziegenzüchter bereiten Freude

FLÜELI-RANFT ⋅ Die Obwaldner Ziegenschau war geprägt durch eine grosse Auffuhr. Was auffällt, ist der zahlreiche Nachwuchs, der sich der Ziegenzucht widmet.
10. Oktober 2017, 04:39

Die Obwaldner Ziegenzüchter brauchen sich nicht zu verstecken, lobte Schauexperte Martin Keller: «Sie sind auf dem richtigen Weg und können schweizweit mithalten.» Laut OK-Chef Martin von Flüe umfasst der Kanton Obwalden total 400 Herdebuchtiere von 60 aktiven Züchtern. Davon wurden am Sonntag 252 Tiere verschiedener Rassen aufgeführt. Rund 30 mehr als vor einem Jahr.

Schon am Morgen, als drei Experten die Tiere bewerteten, herrschte emsiges Treiben. Knaben und Mädchen brachten die Ziegen zu den Experten. Scheinbar war da ein erfreulicher Nachwuchs am Werk. Dies bestätigte OK-Chef Martin von Flüe. Der Ziegenzuchtverein Obwalden werde durch extrem viele Kinder getragen. «Ganze Familien sind Vereinsmitglieder», sagte von Flüe gegenüber unserer Zeitung. «Im Verein fördern wir die Freude an der Ziegenzucht. Später gilt das Interesse der Grossviehzucht», so sein Fazit.

Unterstützung innerhalb der Familie

Einer dieser Nachwuchszüchter ist Samuel Jakober aus Giswil. «Die Ziegen sind mir ans Herz gewachsen», sagte der 13-Jährige. So mag es wenig erstaunen, dass sein Sackgeld hin und wieder in seine Ziegenzucht fliesst. Allerdings erreichte seine Gemsfarbene Gebirgsziege Stefanie nicht die gewünschte Rangierung. Aber aufgeben will Samuel Jakober nicht. Seine Zucht nicht zu verstecken braucht Albert Durrer aus Kägiswil. Mit 68 Tieren führte er praktisch seinen gesamten Stall auf. «Die Ziegenschau ist mein grösster Tag unterm Jahr», meinte der 64-Jährige. Der gewiefte Züchter buchte selber lediglich einen 1. Rang innerhalb einer Altersgruppe für sich und liess bei 14 weiteren von total 46 Erstrangierungen, zwei Misswahlen und einigen Schöneuterziegen, seiner Familie den Vortritt. Tochter Cornelia Arnold-Durrer siegte bei den Misswahlen mit ihrer Toggenburger Ziege Coly. Sohn Michael Durrer gewann die Ausmarchung mit seiner Saanenziege Elena. Alles Tiere aus dem Stall von Vater Albert Durrer.

Mit Mäddi gewann Martina Züger die Misswahl bei den Gemsfarbenen Gebirgsziegen. Für sie eine grosse Überraschung. «Ich habe nicht damit gerechnet», sagte die 27-Jährige erfreut. Sie besitze nur gerade vier Ziegen und sehe sich eher als Hobby-Züchterin. Aufgewachsen ist Martina Züger auf einem Schafzuchtbetrieb in Altendorf, seit drei Jahren lebt sie bei ihrem Partner in Giswil. Mit seinem Toggenburger Ziegenbock Tayler entschied Zuchtbuchführer Beat Rohrer die Mister-Wahl für sich.

Richard Greuter

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Rangliste der Obwaldner Ziegenschau

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