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Basejumper zeichnet eine Leuchtspur in die Nacht

ENGELBERG ⋅ Patrick Kerber springt mitten in der Nacht im Wingsuit vom Titlis ins Tal. Sein Flug zeichnet eine rote Leuchtspur an die Bergflanke. Diese Inszenierung sollte vor allem eines werden: ein einmaliges Foto.

Es ist zugleich ein Kunstprojekt und ein Wagnis: Der Basejumper Patrick Kerber startet mitten in der Nacht vom Titlis und entzündet eine Pyrofackel. Der Flug durch die Nacht und bei klirrender Kälte ist eine Herausforderung. Es resultiert aber nicht nur ein geglückter Flug im Wingsuit, sondern auch eine besondere Fotografie: Die Spur des Flugs auf einem langzeitbelichteten Bild.

Es ist zugleich ein Kunstprojekt und ein Wagnis: Der Basejumper Patrick Kerber springt mitten in der Nacht vom Titlis und entzündet eine Pyrofackel. Der Flug durch die Nacht und bei klirrender Kälte war eine Herausforderung. Es resultierte aber nicht nur ein geglückter Flug von rund zweieinhalb Minuten, sondern auch eine besondere Fotografie: Die Spur des Flugs auf einem langzeitbelichteten Bild. (Patrick Kerber, 25. Februar 2015)

Fotograf auf der anderen Talseite

Der Sprung durch die Nacht, vom Titlis bis in den Talboden von Engelberg, dauerte rund zweieinhalb Minuten, der Basejumper mit seiner Pyrofackel segelte dabei 1750 Meter in die Tiefe. Start war auf 2850 Metern über Meer. Am Berg auf der anderen Talseite, auf der Fürenalp, standen zwei Fotografen, Fabian Wyss und Christian Meier, die ihre Fotoapparate auf Stative gestellt hatten und den Flug im Bild festhielten. Auf dem Foto, das in Langzeitbelichtung während der Dauer des ganzen Flugs aufgenommen wurde, zeichnet die Leuchtfackel eine rote Lichtspur entlang der Titlis-Flanke.

Der Sprung in die Dunkelheit der Nacht war der Start zu «einem sehr anspruchsvollen Flug», wie Patrick Kerber sagt, «es war stockdunkel, und es herrschte eine Temperatur von minus 10 bis 12 Grad. Der Wind machte, dass es wirklich saukalt war.»

Eine Wolke kostete eine Woche

Trotzdem, das Risiko war kalkulierbar. Denn Patrick Kerber hatte die Flugroute am Titlis bereits vor sieben Jahren entdeckt und kannte sie von Tagflügen in- und auswendig. Der Schnee seinerseits reflektierte das Licht der Pyrofackel, so dass die Sichtverhältnisse gar nicht so schlecht waren. Trotzdem, die Faktoren mussten alle stimmen. Eine Woche vor dem erfolgreichen Flug am 11. Februar war Patrick Kerber bereits einmal zuoberst auf dem Titlis gestanden, sprungbereit. Aber da legte sich eine Wolkenbank auf den Titlis-Hang. Die Übung musste abgebrochen werden.

Die Leuchtspur am Titlis war alles in allem Präzisionsarbeit. Sechs Monate lang dauerte das Projekt von der Idee bis zur Ausführung. Beim Austüfteln musste auch eine Lösung dazu her, dass die geeignete Fackel nur eine Minute lang brennt – zu kurz für den Flug. So führte Kerber eine zweite Fackel mit. Diese musste aber verglüht sein, bevor sich der Fallschirm öffnet.

cv

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