200-jährige Zugehörigkeit zu Obwalden

ENGELBERG ⋅ Seit 200 Jahren gehört Engelberg zu Obwalden, grenzt aber nicht an seinen Stammkanton. Mehrere Anlässe im Jubiläumsjahr sollen dazu anregen, über die Geschichte nachzudenken und helfen, die historischen Ereignisse um den Anschluss Engelbergs von 1815 auszuleuchten.

Das Jahr 2015 bringt der Schweiz eine ganze Reihe von Jubiläen: 700 Jahre Schlacht bei Morgarten, 600 Jahre Eroberung des habsburgischen Aargau, 500 Jahre Schlacht bei Marignano und eben auch 200 Jahre Engelberg bei Obwalden.

Die Anlässe rund um das Engelberger Jubiläum sollen unter anderem einen Beitrag leisten, Geschichtsereignisse zu diskutieren und Orientierung zu stiften, wie die Halbkantone Ob- und Nidwalden und die Einwohnergemeinde Engelberg am Montag gemeinsam mitteilten.

Auf dem Programm steht unter anderem ein Museumsprojekt, an dem erstmals alle vier Museen von Nid- und Obwalden zusammen arbeiten. Sie lassen die Geschichte auf unterschiedliche Weise aufleben.

Mit einer kritischen Betrachtung der Geschichte und ihrer Bedeutung für die Gegenwart sollen die Sonderausstellungen "Dreiecksgeschichte Engelberg-Nidwalden-Obwalden" die Verhältnisse in Unterwalden ausleuchten. Die Ausstellungen dauern von Mitte Mai bis Ende November.

Bäume und Beizentheater

Weiter werden im Jubiläumsjahr Nid- und Obwaldner Schulklassen im Hungerbodenwald in Engelberg Bäume pflanzen. Der Wald als Verbindung zwischen Ob- und Nidwalden und die Begegnung zwischen Schulkindern aus beiden Kantonen erscheine als Zeichen für Nachhaltigkeit, heisst es.

Geplant sind auch so genannte Beizentheater. Es würden viele witzige Anekdoten zum Verhältnis Engelberg-Obwalden-Nidwalden an Stammtischen herumgeistern, heisst es. Solche Geschichten werden in Stammtischgesprächen, in Verbindung mit einem Nachtessen, in verschiedenen Gaststätten aufgeführt.

Am 1. August steht neben dem Volksfest ein Gespräch der beiden Landammänner von Ob- und Nidwalden und dem Talammann von Engelberg über die Dreiecksbeziehung auf dem Programm. Am 22. November schliesslich wird das Jubiläum mit Regierungsräten, Land- und Kantonsräten und Gemeinderäten gefeiert. Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche.

2015 feiern nebst der Klostergemeinde auch die Benediktinerinnen St. Andreas in Sarnen. 400 Jahre ist es her, seit das Frauenkloster von Engelberg nach Sarnen übersiedelte. Die Schwestern-Gemeinschaft nimmt dies zum Anlass, die Mundart-Oper "Die Engelbergische Talhochzeit" aufzuführen.

Keine Kleinstaaten mehr

Der Anschluss Engelbergs an den Kanton Obwalden geht auf den Wiener Kongress von 1815 zurück. Damit die Schweiz die immerwährende Neutralität an diesem Kongress erlangen konnte, durften keine Kleinstaaten innerhalb der Eidgenossenschaft mehr toleriert werden.

Unter diese Bestimmung fiel auch der «Miniaturstaat» Engelberg, der sich nach einem missglückten Anschlussversuch an den Kanton Nidwalden endgültig dem Stand Obwalden anschloss. Engelberg ist eine so genannte Exklave. (sda)


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