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Auen aus Bundesinventar streichen

OBWALDEN ⋅ In Obwalden sollen Auen in Sarnen und Giswil nicht speziell geschützt werden. Der Kantonsrat hat am Donnerstag eine entsprechende Motion der CVP überwiesen. Die Regierung muss sich beim Bund dafür einsetzen, dass die Auen aus dem Bundesinventar gestrichen werden.

Der Kantonsrat überwies die Motion von Jürg Berlinger und Peter Wälti (beide CVP) mit 42 zu 6 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Er verlangt, dass die Auen Steinibach und Laui im Gebiet Sarnen-Giswil ihre nationale Bedeutung verlieren. Sie sollen aus dem entsprechenden Bundesinventar gestrichen werden, wo sie seit 1992 aufgeführt sind.

Das Parlament fürchtete wegen eines neuen Schutzplans zu hohe Auflagen etwa für den Hochwasserschutz, den Kiesabbau und Touristen sowie Einheimische in dem Naherholungsgebiet. Einzelne Vertreter waren zudem der Meinung, dass die Gebiete mit reissenden Wildbächen nicht den Kriterien für Auen entsprechen würden.

Der Bund hatte Obwalden 2011 aufgefordert, die seit 1998 fälligen Schutz- und Unterhaltsmassnahmen zu den Auen auszuarbeiten. Ein Entwurf für ein Reglement wurde vom Regierungsrat im Oktober 2014 verabschiedet.

Sepp Stalder (CSP) gewichtete die Sicherheit von Menschen höher als Schutzziele. Zudem ortete er Widersprüche im geplanten Reglement, was zu Unsicherheiten führe.

Wer Wildbäche, die durch Siedlungsgebiete fliessen, stark schützen wolle, handle fahrlässig, sagte Roger Spichtig (FDP). Das geplante Reglement führe zu Willkür zwischen Behördenvertretern, Grundeigentümern und Nutzern.

Albert Sigrist (SVP) sagte, es brauche kein Reglement, das vorschreibe, wie die Giswiler die Gegend zu pflegen hätten. Der Naturraum sei bereits zweimal ausgezeichnet worden, ohne dass er unter Schutz gestellt gewesen sei.

Ruth Koch (SP) hingegen sprach sich für einen besseren Schutz des Naturraums und gegen die Motion aus. Gleichzeitig kritisierte sie den Regierungsrat, er habe es verpasst, die Betroffenen frühzeitig von den geplanten Regeln zu informieren, was zu Fehlinformationen und Unsicherheiten geführt habe.

Regierungsrat gegen Motion

Umweltdirektor Paul Federer lehnte die Motion ab. Er räumte dem Anliegen wenig Chancen beim Bund ein. Die Entlassung der Auen aus dem Register würde der bisherigen Abmachung von Bund und Kanton widersprechen. Zudem sei die geplante Schutz- und Nutzungsplanung nur mit geringen Einschränkungen verbunden.

Der Hochwasserschutz bleibe gewährleistet, sagte Federer. Auch der Kiesabbau solle weiter möglich sein. Zudem seien alle Fuss- und Wanderwege in den Schutzplan aufgenommen worden.

Obwalden weist im nationalen Vergleich einen überdurchschnittlichen Flächenanteil an Biotopen wie Auen, Mooren, Amphibienlaichgebieten und Trockenwiesen auf. Diese machen rund 5 Prozent der Kantonsfläche aus. Schweizweit liegt der Anteil bei 1,9 Prozent. (sda)

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